Traurige Nachricht: Am 1. Februar 2003 stürzte das Space Shuttle "Columbia" (Mission STS-107) kurz nach Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nach einer Explosion über Texas ab. Alle 7 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

 

NASA fliegt Rosen und Spinnen ins All

Die Schwerkraft übt maßgeblichen Einfluß auf organische Körper aus. Menschen werden im Orbit im Vergleich zur Erdoberfläche „leichter“, Rosen duften, Spinnen weben womöglich anders.

Außerirdische Duftnoten

Aber was hat der Duft einer Rose mit der Gravitation zu tun? Die Lösung ist simpel: Aufgrund der fehlenden Schwerkraft werden ätherische Öle der Pflanze nicht in deren Stiel gezogen; die Konzentration der Duftmoleküle ist dadurch eine andere, folglich das Aroma ebenso. Dies ist seit 1998 bekannt, als im Space Shuttle „Discovery“ eine rosa Miniaturrose mit an Bord war. Der damalige Forschungschef des New Yorker Unternehmens IFF (International Flavors and Fragrances), Braja Mookherjee, analysierte, daß die Rose im All zwar weniger Düfte als auf der Erde produzierte, diese dafür aber auch signifikant anders, im wahrsten Sinne des Wortes „nicht von dieser Welt“ waren. IFF verwerte dieses neue Aroma im Parfum „Zen“. IFF ist auch bei der nun anlaufenden Space Shuttle-Mission – der ersten rein wissenschaftlichen seit drei Jahren – einer der Hauptförderer; schließlichzählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Duftstoffproduzenten.

„Astroculture“ an Bord der „Columbia“

Untergebracht ist die Rose wie schon vor fünf Jahren in einem speziellen Gewächshaus, dem „Astroculture“. Es versorgt die Pflanzen mit ausreichend Licht, Nährstoffen bzw. Erde und regelt Temperatur und Feuchtigkeit. Direkt über der Blüte wird eine Silizium-Nadel mit Durchmesser von ein bis zwei Millimeter angebracht. Dieser dünne Detektor ist mit einer Spezialflüssigkeit überzogen und nimmt während der Weltraummission die Geruchsmoleküle der Blüten auf. Neben der dornigen Blütenpflanze befindet sich ein Asiatisches Seidelbastgewächs an Bord der „Columbia“, dessen schwereloses Odeur ebenfalls gelüftet werden soll.

 

Gaschromatograph in der Erdstation

Nach 16-tägiger Reise im Orbit wird den beiden Pflanzen in irdischen Labors mittels eines Gaschromatographens und Massenspektrometers zur Blüte gerückt. So soll die Molekülzusammensetzung analysiert und mit einem zeitgleich auf der Erde durchgeführten Experiment verglichen werden. Die Tests sind nicht sehr einfach parallel durchzuführen, da Faktoren wie Tageszeit, Luftfeuchtigkeit, Temperatur oder Alter der Pflanze entscheidende Faktoren sind. Schon geringe Diskrepanzen führen zu verschiedenen Duftkonzentrationen. Und im Falle der Rose setzt sich der so typische Geruch aus 200 Komponenten zusammen. 1998 sollen die ins All katapultierten Rosen „blumiger“ geduftet haben als ihre erdgebundenen Verwandten.

Spiders go space

Neben einem von deutschen Wissenschaftern speziell konstruierten Aquariummodul mit Süßwasserfischen, werden auch Spinnen an Bord sein. Schon mehrfach waren die achtbeinigen Kerbtiere in den Orbit befördert worden. Diesmal lieferte der Zoo von Melbourne 30 ungiftige Exemplare zur NASA nach Cape Caneveral, Florida, wo nach einem „Training“ die acht „fittesten“ Arachniden ausgewählt wurden. Laut dem australischen Zoologen Patrick Honan soll untersucht werden, ob Spinnen im All ihre Netze anders weben als auf Erden, wo dies immer symmetrisch geschieht. Ab 16. Januar 2003 krabbeln also wieder „Arachnauten“ in der Erdumlaufbahn.

Quellen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltrau...,230573,00.html

http://www.rp-online.de/news/wissenschaft/...09/spinnen.html

 

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