Makaken am PC machen noch keinen Shakespeare

London – Gib einer unbestimmten Anzahl von Affen eine begrenzte Anzahl von Schreibmaschinen und die Affen werden schlussendlich Werke wie Shakespeare produzieren. Das besagt zumindest eine Theorie.


Gib sechs Affen einen Monat lang einen Computer und sie werden ein riesen Schlamassel erzeugen. Wissenschafter der Universität von Plymouth, England, berichteten diese Woche: Primaten, die mit einem Computer alleingelassen wurden, attackierten die Maschine ohne auch nur ein einziges Wort zu verfassen. "Die Affen tippten eine Reihe von "s". Ganz offensichtlich ist Englisch nicht ihre Muttersprache" scherzte am Freitag [09.05.03] der Forscher Mike Phillips.

In einem Versuch, der mehr als Kunstperformance denn als wissenschaftliches Experiment gesehen werden muß, placierten Lehrer und Studenten der Medienfakultät der University of Plymouth einen Computer im Affengehege des Paignton Zoos. Dort, im Südwesten Englands, leben sechs Sulawesi Makaken.

Nach der Installation des Computers begann das Warten. Zuerst, sagt Phillips, "nahm der Leitaffe einen Stein und begann wie der Teufel auf das Gerät einzudreschen." Phillips, der das universitätseigene Institut für Digitale Kunst und Technologien leitet, weiter: "Eine andere Sache, an der sie sehr interessiert waren, war das Ablassen von Fäkalien und Urin auf die Tastatur." Im Laufe der Zeit produzierten die Affen Elmo, Gum, Heather, Holly, Mistletoe und Rowan fünf Seiten Text, der hauptsächlich aus dem Buchstaben "s" bestand. Später schlichen sich die Buchstaben "a", "j", "l" und "m" ein.

Die Idee, daß Affen, die zufällig herumtippen, irgendwann Literatur kreieren, wird oft Thomas Huxley zugeschrieben; einem Wissenschafter des 19. Jahrhunderts, der Charles Darwins Evolutionstheorie unterstützte. Auch Mathematiker führen diese Hypothese an, um das Konzept des Zufalls zu illustrieren.

Das Plymouth-Experiment wurde vom Englischen Kunstrat (England's Arts Council) finanziert und zum Teil auch vom Vivaria Project, das Zoos in ganz Europa mit Computern zu bestücken plant, um die Unterschiede zwischen tierlichem und künstlichem Leben zu studieren.

Phillips meint, das Resultat des Experiments zeigt, daß Affen "keine zufälligen Schöpfer", sondern "viel komplexer" sind. "Sie waren sehr am Bildschirm interessiert und bekamen mit, daß darauf etwas passierte, wenn sie tippten. Es gab hier eine Ebene bewussten Handelns."

Q: http://story.news.yahoo.com/news?tmpl=story&u=/ap/20030509/ap_on_fe_st/britain_monkey_authors_3

© Dt. Übersetzung: Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info, 13.05.03

 

 

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