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Vereinsschwerpunkte
Tierrechtsverein
CANIS - Im Dienste der Caniden Am
27. Juli 1999 - unter dem Sternzeichen des Löwen - schlug die
offizielle Geburtsstunde des Tierrechtsvereins CANIS. Astrologisch
gesehen fast ein Fauxpas, hat doch der Verein mit dem König der Tiere
und anderen Großkatzen wenig Berührungspunkte. Astronomisch hingegen
geradezu passend, wird ja diese in unseren Breiten heißeste Zeit des
Jahres Canicula oder Hundstage genannt. Und den Hunden wie ihren
wildlebenden Verwandten - sprich der Familie der Caniden - gilt das
Hauptaugenmerk des Vereines CANIS. Daß es dabei heiß zugeht, wird
nicht nur an der Jahreszeit liegen. Die Problemfelder sind weitreichend,
der Widerstand oft groß. Was
sind nun die Schwerpunkte des Vereines ? Grob lassen sich drei Großbereiche
strukturieren:
ad
1) Wildcaniden: Hier
gilt es, den Goldschakal (Canis
aureus), der seit über einem Jahrzehnt österreichischen Boden
durchstreift, im Bewußtsein der Öffentlichkeit zu verankern und ihm
somit eine Lobby zu verschaffen. Denn leider wird seine Existenz
vielfach bestritten oder vertuscht, um ihm in freier Wildbahn leichter
den Garaus bereiten zu können. Der Goldschakal bedarf dringend einer
Anerkennung in allen neun österreichischen Naturschutz- bzw.
Jagdgesetzen. Ein anderer, der schon jetzt großer Mühen bedarf, ist
der Europäische Wolf (Canis lupus lupus), der in nicht zu ferner Zukunft aus Nachbarländern
wie Slowenien überwechseln wird. Obwohl das Image dieses sozialen
Wildcaniden bereits besser wird, sitzen vor allem bei der Landbevölkerung
die lang her tradierten Urängste vom "Großmuttermörder"
noch tief. Hier heißt es, die bereits angelaufene Aufklärungsoffensive
via Medien und Schulen noch zu intensivieren. Vor allem den Kindern und
Jugendlichen muß das Klischee vom bösen Wolf genommen werden, denn in
ihren Händen liegt das zukünftige Wohl von Isegrim. Neben den
Hauptthemen Goldschakal und Wolf werden flankierend die Bereiche
Marderhund und Fuchs behandelt. Zu einer eigenständigen Kampagne fehlt
es CANIS derzeit aber noch an Ressourcen. Verstärkt betont werden muß
vor allem die internationale Kooperation mit befreundeten Organisationen
wie dem Central Rockies Wolf Project, der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe
oder der Born Free Foundation. Denn Tierquälerei - man denke nur an das
globale Übel des Jagdtourismus - macht auch nicht vor nationalen
Grenzen halt. CANIS steht demnach auch als Akronym für Canids´
International Society. ad
2) Hund: Beginnt
man erst einmal mit der Tierschutzarbeit im Bereich Hunde, kann man
leicht von der Problemvielfalt erdrückt werden. Wichtig ist daher eine
Konzentration auf konkrete Anliegen. Hier steht für CANIS an vorderster
Stelle die tiergerechte Zucht von Rassehunden. Es liegt uns nicht daran,
Züchtern das Leben zu erschweren, sondern mit ihnen neue Wege
einzuschlagen, um Rassestandards, die dem Tier zum körperlichen Schaden
gereichen, abzuändern. Der Alltag gleicht hier oft einer
Sisyphusarbeit, denn das Umdenken nimmt nur sehr zögerlich Gestalt an;
vor allem wenn vorübergehende finanzielle Einbußen drohen könnten.
Eng verbunden mit dem Thema Zucht ist der immer noch florierende Handel
mit "Billighunden" aus den Oststaaten. Kleinkriminelle
versuchen durch Schmuggel der Rassewelpen schnellen Profit zu erzielen,
gewiefte Geschäftemacher beschreiten den ganz legalen Weg, der
Handelsbeschränkungen verbietet, und karren en masse Rassehunde aus
Zuchtfabriken gegen Westen. Die Tiere leiden fast ausnahmslos an argen
sozialen oder körperlichen Defekten, nicht selten an beidem. Hier täte
es Not, Limits für den Handel zu setzen und tierärztliche Kontrollen
zu verstärken. CANIS arbeitet diesbezüglich auf politischer Ebene wie
auch medial, um vor dem Schwall von "Hundevermehrern" zu
warnen, die zu den besten Abnehmern der Hundemafia zählen. Am
besten umzusetzen ließen sich greifende Regelungen in einem
einheitlichen Bundestierschutzgesetz,
das Österreich im Unterschied zu Deutschland noch nicht aufweist.
Vielmehr gibt es hierzulande in jedem der neun Bundesländer ein anderes
Tierschutzgesetz, mit mitunter absurden Interpretationen ein und
derselben Materie. CANIS nimmt diesbezüglich an regelmäßig
stattfindenden Hearings der Parlamentsparteien teil. Last but not least
engagiert sich CANIS für das Eindämmen der Hysterie, was sogenannte
"Kampfhunderassen" betrifft. Daß es diesen Terminus technicus
nicht gibt, hindert vor allem die Boulevardpresse nicht daran, geifernd
nach Verboten zu schreien. Gewiß liegt bei einigen Rassen die
Reizschwelle niedriger als bei anderen, generell ist aber kein Hund zum
"Killer" prädestiniert, sowie kein Hund als Blindenführer
geboren wird. Sozialisation und Haltung sind ausschlaggebend. Immer neue
Verbotsgesetze diverser Rassen scheinen das Problem hingegen nicht an
der Wurzel zu packen. Aber Rassismus macht eben auch vor Hunden nicht
halt. ad
3) Herdenschutzhunde: Gewissermaßen
das missing link zwischen den Bereichen Wildcaniden und Hund. Betreut
wird dieses Gebiet von Marion Schönborn, die selbst zwei Kangals
besitzt. Die
in Österreich gestartete Aufklärungskampagne beinhaltet folgende
Schwerpunkte: a)
Herdenschutzhunde (HsH) in Privathaltung: Eine allgemeine
Information rund um diese "besonderen" Hunde soll ein
harmonisches Alltagsleben zwischen Mensch und Hund sichern.
Rassespezifische Eigenschaften werden dabei ebenso beleuchtet, wie
kulturelle Hintergründe der HsH. Bei bereits bestehenden Problemen,
vermittelt CANIS fachliche Hilfe oder ganz einfach weiterführende
Adressen bzw. Literaturtipps. b)
Herdenschutzhunde in ihrem ursprünglichen Arbeitsbereich: Um die
Etablierung von Wildtieren wie Wolf, Schakal, Luchs oder Bär zu fördern,
versucht CANIS den Besitzern von Nutztierherden HsH behutsam
näherzubringen.
Parallel dazu werden vergleichende Studien diesbezüglich erfolgreicher
Projekte (wie z.B. Ray Coppinger) der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht. Summa summarum soll den Landwirten wie der Jägerschaft
aufgezeigt werden, daß Nutztierhaltung und Vorkommen von Wildcaniden
sowie anderer Predatoren mit Hilfe der HsH vereinbar sind.
Herdenschutzhunde bieten zudem eine kostengünstige Alternative zu
geldintensiven Mitteln wie Radiotelemetrie und Elektrozäunen. CANIS
hat sich vorgenommen, seinen Namen Programm werden zu lassen. Ob das
gelingt, hängt nicht nur von der Arbeit der Vereinsmitglieder ab,
sondern auch von Ihrer Unterstützung. Da wir keine Förderungen von
Land oder Bund erhalten, sind wir auf Spenden angewiesen. Näheres
dazu wie über den Verein im allgemeinen erfahren sie unter folgender
Anschrift: |
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