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Neues
aus Canada und "H.O.W.L."
Hallo
an alle,
es gibt neues aus Kanada. Unsere Proteste scheinen langsam zu fruchten,
aber wir dürfen nicht aufgeben. Interessant ist, wie flexibel Wölfe in
der Not sein können. Hope jagt jetzt tagsüber (früher immer nur nachts)
und lebt von den Kills eines Pumas wenn dieser schläft:
es Canmore, 3.
Februar 2003
Liebe Wolfsfreunde,
hier
nun ein update zu den Ereignissen der letzten Zeit. Am Mittwoch, den
29.01.03 habe ich in Calgary einen Vortrag über das extrem harte Leben
der Wölfe im Bowtal gehalten, der sehr interessiert aufgenommen wurde.
Insgesamt kamen zu diesem Informationsabend über 300 Leuten, inklusive
einiger Indianer, Jäger und vieler Wolfsfreunde. Fünf TV-Stationen waren
ebenso anwesend wie CBC-Radio und zwei große Tageszeitungen aus Calgary.
Es wurde natürlich während der Fragerunde kontrovers diskutiert, viele
Menschen aus der Region haben sich aber letztlich entschlossen,
Protestbriefe an diverse Politiker zu senden, um klar zu machen, dass auch
die regionale Bevölkerung Einfluß auf "Wolfsmanagement" haben
will. Es sieht so aus, als ob aus der ganzen Sache eine regionale
Organisation entstehen wird. Der Anfang ist gemacht und kann unter www.HelpOurWolvesLive.com
nachgelesen werden. Sobald sich etwas Konkretes ergibt, berichten wir darüber
selbstverständlich umgehend. Die Einrichtung einer Pufferzone um die
Nationalparks der Rocky Mountains ist jedenfalls auch Dank ihrer Hilfe
stark im Gespräch, auch die Schließung des Parkways zwischen Abenddämmerung
und Sonnenaufgang wird thematisch immer wieder von den örtlichen
Tageszeitungen aufgegriffen. Ob in näherer Zukunft eine schnelle Lösung
erwartet werden kann, ist trotzdem eher zu bezweifeln. Bleibt aber der
Druck auf verantwortliche Stellen bestehen, muß man sich darum kümmern,
ob man will oder nicht.
Nun zu den Wölfen. Hope und Nanuk geht es derzeit erstaunlich gut. Die
soziale Bindung einer Mutter zu ihrem Sohn scheint jedenfalls stärker zu
sein, als der Hormonhaushalt. Da Hope allerdings erst in ca. zwei Wochen in
die Hochranz kommt, muß man noch abwarten. Beide Wölfe zeigen sehr viel
Spielaufforderungen, Rennspiele und während gemeinsamer Ruhephasen
Kontaktliegen. Hope ist bei der Jagd sehr erfolgreich. Sie verfolgt keine
Hirsche mehr, sondern versucht, Rehe beim Schlaf zu überraschen und zu
Fall zu bringen. In den letzten sechs Wochen hatte sie so immerhin viermal
Jagderfolg, bzw. folgte auch einem Puma und spekulierte auf dessen
Jagdbeute. Letzte Woche verfolgte Hope einen Rehbock sage und schreibe 25
Km!!! und überließ am Ende auch Nanuk zur Verbesserung seiner
"Jagdtechnik" einige Versuche, den Rehbock zu töten. Im
Gegensatz zu der Jagdstrategie vor Storms und Yukons Tod, verfolgt Hope
also ein anvisiertes Beutetier nicht nur kurze Zeit, sondern gibt nicht
auf bis es völlig erschöpft ist. Das kostet natürlich sehr viel Energie
und man darf gespannt sein, ob diese neue Jagdstrategie auf Dauer
funktioniert. Nanuk muß noch sehr viel lernen, ist oft noch äußerst
konfus und tölpelhaft. Gestern unterrichtete Hope ihren Sohn, wie man mit
Nahrungskonkurrenten umgehen muß. Nanuk blieb nach Sichtung eines davon
rennenden Kojoten stehen, wußte nicht was er machen sollte, drehte sich
nach seiner Mutter um, die den Kojoten dann verfolgte. Nanuk rannte hinter
Hope her. Beide verschwanden nach ca. einem Kilometer im Wald. Ob sie den
Kojoten erwischt haben, konnten wir nicht beobachten. Nanuk ist
mittlerweile schon sehr groß und kräftig, muß in seinem jungen Alter
doch sehr viel laufen, verhält sich allerdings immer noch typisch
"jugendlich" und rennt hin und wieder seiner eigenen Rute
hinterher. Öfter mal was Neues!
Nisha hält sich immer noch im äußersten Westteil des alten Territoriums
auf. Neu ist, dass plötzlich seit einigen Tagen hin und wieder zwei Paar
Spuren gesichtet werden. Da direkte Beobachtungen Mangelware bleiben (Nisha
hat ja kein Radiohalsband) könnte sie einen Paarungspartner gefunden
haben. Wir versuchen alles, um bessere Informationen zu bekommen.
Wir werden sie alle weiter über Rundbriefe auf dem Laufenden halten und
bitten diese Infos auf ihre website zu setzen. Alle Infos können
selbstverständlich auch durch mails, Faxe oder Druckzettel weiter
verbreitet werden. Wir bedanken uns für ihre Unterstützung.
Ihr Günther und ihre Karin Bloch

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