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Wölfe – Mythen, Märchen und Legenden ranken sich um Isegrim! Jetzt werden diese Sagen lebendig. Denn der Wolf setzt wieder zum Sprung nach Österreich an ... Edel ist er, dieser Graue, und dem Menschen kein bisschen feindlich gesinnt. Und wer einmal seine Sprache – dieses geheimnisvolle Heulen – vernommen hat, der erahnt eine andere Welt. „Die uralten Ängste vor dem angeblich so bösen Wolf sind jedenfalls ganz und gar unbegründet. Das Bild von der zähnefletschenden Bestie ist ein durch Sagen und Mythen verzerrtes. Denn am Ende der Eiszeit jagten Wolf und Mensch nebeneinander in der Tundra. Sie waren Konkurrenten um die gleiche Beute, aber niemals Feinde“, sagt Mag. Alexander Willer, international anerkannter Caniden-Experte aus Wien. Seit Jahren ist dieser engagierte Tierschützer den Wölfen in ganz Europa, aber auch in Nordamerika auf der Fährte. Jetzt kommt er mit Neuigkeiten aus der tiefen Wildnis zurück. Und seine Sinne sind bis zum Äußersten gespannt. Denn demnächst könnte Isegrim und mit ihm ein ganzes Rudel auch in unseren Wäldern wieder auftauchen, um dort einsam vor sich hin zu heulen. Alexander Willer ist ohnehin davon überzeugt, daß „der eine oder andere Wolf“ schon einen mächtigen Satz über die von Menschenhand gezogenen Grenzen gemacht hat. „Mehr als 120 Jahre nach ihrer Ausrottung bei uns bewegen sich die Grauen auf uralten Wildwechseln jetzt wieder Richtung Norden“, glaubt auch Greenpeace-Experte Axel Krotz. Einst erstreckte sich der Lebensraum der hundeartigen Raubtiere von Europa über die Arabische Halbinsel, Asien und Nordamerika fast über die ganze nördliche Hemisphäre. Das mystische Heulen der Wölfe wird schon bald wieder bei uns zu hören sein Nach Österreich werden die Wölfe allerdings hauptsächlich aus zwei Himmelsrichtungen vordringen. Aus dem Norden, sprich Tschechien und der Slowakei, und aus dem Süden. Von dort melden Zoologen auch die entschlossensten Wanderbewegungen. In den vergangenen zehn Jahren haben es die faszinierenden Waldbewohner vom Apennin in Italien über die französischen Seealpen bis in den Kanton Wallis in der Schweiz geschafft. Auch in Kroatien und Slowenien hat Canis lupus, dessen graues Fell schon mal rabenschwarz werden kann, Fuß gefasst. Dort ist er der österreichischen Grenze bereits ziemlich nahe gekommen. Einige wenige Wölfe haben es bekanntlich ja immer wieder zu uns geschafft. Der letzte freilich wurde von einem Jäger mit einem wildernden Hund verwechselt und erlegt. Alexander Willer sieht – wie die Indianer Nordamerikas, die sich den Wolf-Clans zugehörig fühlten und im mystischen Heulen Botschaften aus der anderen Welt zu vernehmen glaubten – die edlen Grauen als Brüder. Entsprechend besorgt ist er um die schon demnächst erwarteten Zuwanderer: „Gehen wir respektvoll mit diesen wunderbaren Wesen um. Sie haben sich unseren ganzen Schutz verdient.“ Q: Mark Perry in „Kronen Zeitung“, 20. April 2003
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