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AUF
DEN WOLF GEKOMMEN Yukon,
Storm und Kali – drei Namen, die Wolfsfreunden ein Begriff waren, sind
tot. Kurz vor Jahresende 2002 fielen sie nur knapp außerhalb der
Grenzen des Banff Nationalparks, Provinz Alberta, Kanada, Schlingfallen
zum Opfer. Diese Jagdgeräte wirken besonders langsam, und zögern den
Tod des darin verhedderten Tieres auf Stunden bis Tage hinaus. Ausgelegt
werden snares sowohl von Hobbyjägern als auch von professionellen trappers,
die es auf den Pelz von Wolf und Co. abgesehen haben. Einige Strecken
der angeblich so unberührten Wildnis Kanadas sind regelrecht
„vermint“ mit Fallen jeglicher Art. Die drei genannten Wölfe waren
Teil eines langjährigen und langwierigen Wiederansiedelungsprojektes für
den Canis lupus in der Region
Banff/Kootenay. Günther Bloch, Leiter des Bow Valley Wolf Behavior
Study, veröffentlichte erst vor kurzem das Buch „Timberwolf,
Yukon & Co“ über die Situation der Wölfe. Nun, da seine
Protagonisten ihr reales Leben tragisch beenden mußten, bleibt wohl nur
der literarische Nachlaß und die Hoffnung, daß ihr Tod wenigstens dazu
dient, die Öffentlichkeit weiter zu sensibilisieren. Dahingehend, daß
der Schienen- und Straßenverkehr wenigstens innerhalb des Banff
Nationalparks neu überdacht werden; dahingehend, daß ein stabiler
Populationskern geschaffen wird, der in wenigen Wolfsgenerationen eine
Dynamik in Gang setzt, so daß die Tiere auch außerhalb des Reservates
streifen und neue Territorien erschließen – auf daß der Wolf wieder
ein fixer Bestandteil des Ökosystems in Alberta wird. (Vorgefertigte
Protestbriefe zum Tod der drei Wölfe unter www.canis.info/caniden/yukonstorm_proteste.htm) Damit
diese Vorhaben nachhaltig wirken, muß aber zuvor ein sukzessives
Umdenken in den Köpfen der Mitmenschen geschehen. Weg vom der
Horrorvorstellung der reißenden Bestie, die Kindern und Großmüttern
nachstellt. Dieses „Rotkäppchen“-Syndrom ist in der weißen,
westlichen Kultur – im Unterschied etwa zu indigenen Völkern in
Nordamerika oder Sibirien – tief verwurzelt. Man braucht dabei nicht
bis Kanada blicken, auch im Bayerischen Wald oder in Oberösterreich
wurden im vergangenen Jahr wieder Wölfe getötet. Immer noch möchte
mensch sie am liebsten hinter Gittern sehen, eingepfercht in Zoos und
Parks. In freier Umgebung bleibt Isegrims Überleben hingegen ungewiß
– er wird allzu oft Opfer menschlicher Ignoranz, die oft über Leichen
geht Mehr zum Thema auf der Website des Tierrechtsvereins CANIS International, www.canis.info, bzw. Wolf Awareness, Inc. www.graywolf.ca.
Erschienen in: "TIERBEFREIUNG - Das aktuelle Tierrechtsmagazin", Heft 38, Dezember 2002; Seite 50
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