Presse/Medien


Pressemitteilung des Tierrechtsvereins CANIS, 31.Juli 2002

 

Für Tierrechte ohne „Glaubenskriege“

Am 2. August findet in Berlin auf Betreiben der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ ein Symposium mit dem Titel „Natur ohne Jagd“ statt. Der Tierrechtsverein CANIS hatte dieser Veranstaltung ursprünglich seine Mitwirkung im Rahmen eines fachspezifischen Referats zugesichert. Nachdem sich aber die Indizien mehrten, daß ein Naheverhältnis zwischen der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ und der Sekte „Universelles Leben“, kurz UL, bestehe, zogen wir unsere Zusage zurück; zumal nach unserer Anfrage bei den Organisatoren des Symposiums auch keine klare Distanzierung zum UL erfolgte. Wir wissen, daß CANIS noch immer auf Veranstaltungshinweisen zum Berliner Symposium aufscheint – und distanzieren uns von dieser ungewollten Publicity mit Nachdruck!

Es erscheint CANIS außerordentlich wichtig, diese Schritte zu setzen, da das sensible Thema „Tierrecht“ bzw. „Abschaffung der Jagd“ nicht zum Spielball religiöser Vereinigungen werden darf, genauso wenig wie das Anliegen der Tiere parteipolitisch besetzt werden dürfte. Tierrechte müssen nach naturwissenschaftlichen und ethischen Kriterien behandelt werden, um die Chance zu behalten, reale Umsetzung zu finden. Eine Vereinnahmung durch eine Sekte ist dabei kontraproduktiv und abzulehnen. Im Zuge der neuen Erkenntnisse um das versuchte Einwirken des UL auf die Tierrechtsszene, sehen sich auch Sektenbeauftragte der Amtskirchen bemüßigt, auf den Plan zu treten. Leider richtet sich die Kritik dieser Theologen gegen die Anti-Jagd-Bewegung im Allgemeinen. Pfarrer Thomas Gandow, Landeskirchliches Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, empört sich etwa in einer Pressemitteilung: „Jäger werden dabei als ‚Lust-Töter‘ verteufelt.“ (Anm.: „Der Lust-Töter“ ist eine Anti-Jagd-Broschüre des UL-nahen Brennglas-Verlages). Jagd ist und bleibt Tiermord, auch wenn diese wahre Feststellung von Sekten kolportiert wird.

Dazu Alexander Willer, CANIS: „Es geht uns als TierrechtlerInnen nicht darum, den Kreuzzug der Amtskirchen GEGEN Sektenkonkurrenz zu unterstützen – das hieße den Teufel durch den Beelzebub austreiben – sondern  wir setzen uns FÜR das Recht der Tiere ein.“ Weiters distanzieren wir uns eindeutig von den Stellungnahmen sogenannter „Tierrechtsinitiativen“, die Theismus pauschal mit Rassismus, Faschismus oder Speziesismus gleichsetzen und die Tierrechtsbewegung auf einen radikal atheistischen Kurs zu zwingen versuchen. Willer weiter: „Wir verurteilen Menschen nicht wegen ihres religiösen Glaubens, noch scheint es angebracht, ins atheistische Eck abzudriften. Unser Interesse gilt der Etablierung einer veganen, geistig flexiblen Gesellschaft, die den Eigenwert von Tieren anerkennt.“

 Weitere Infos: Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info , canis@aon.at


 

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