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Presseaussendung,
21.Februar 2001
Wölfe/
Norwegen/ Hunde/ Jagd NORWEGISCHE WOLFSJAGD: Chronik eines angekündigten Todes Herdenschutzhunde statt Abschuß!
Am
5.2.2001 gab Norwegen Feuer frei für den Abschuß von neun Wölfen im
Südosten des Landes, in Østerdalen, Provinz Hedmark. Grund für die
Jagd: Schafzüchter forderten vom Staat immer mehr
Kompensationszahlungen für gerissene Schafe. Die Schäfer dieser
Region halten ihre Herden nämlich nach der Schneeschmelze bis zum
Herbst unbewacht in freier Wildbahn, was zu Viehriß durch Raubtiere führt.
Nach Angaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel (7/01) greift
sich der Wolf jährlich von den 2,4 Millionen Schafen aber nur 800 Stück.
Von den anderen Tieren, die verloren gehen, stürzen die meisten ab,
ertrinken in Sümpfen oder Seen oder vergiften sich an Liliengewächsen.
Trotzdem wurde einmal mehr der Wolf zum Sündenbock abgestempelt. Die
Chronik eines angekündigten Todes nahm am 10.Februar ihren Lauf: 23 Jäger
rückten mit großkalibriger Munition, Helikopter und Schneescooter
aus, um den Wölfen wider aller Logik den Garaus zu bereiten. Umwelt-
und Tierschutzaktivisten gelang es vorerst ihre Pläne zu vereiteln,
indem sie mit Langlaufskiern im Jagdgebiet liefen. Gleichzeitig wurde
von der norwegischen Gruppe FVR ein Antrag bei Gericht eingebracht,
die Jagd zu verbieten. Am 16.Februar kam der Gerichtsentscheid, der
den Abschuß als legitim bestätigte und den Jagdsaboteuren die
Prozesskosten von 100.000 Kronen (rund 150.000 Schilling/ 22.000 DM)
aufbrummte. Die Umweltaktivisten brachen ihre Camps in der Jagdzone
daraufhin ab. Mittlerweile ist eine Wölfin bereits getötet worden. Die
Wolfjagd in Norwegen ist nicht nur anachronistisch, sondern verstößt
auch klar gegen die von Norwegen selbst mit ins Leben gerufene Berner
Konvention, die den Wolf prinzipiell als schützenswerte Art
deklariert. Für die ohnehin dünne Gesamtpopulation von Canis lupus
kann jede weitere Dezimierung die Unterschreitung eines kritischen
Schwellenwertes und damit das Aus bedeuten (Allee-Effekt). Der
Genpool ist zudem für Inzucht anfällig, je kleiner die Wolfszahl
wird. Mag. Alexander Willer, CANIS: Was seit Jahrhunderten in Osteuropa oder Zentralasien erfolgreich praktiziert wird, muß auch in Norwegen geschehen: die Anschaffung bzw. der Einsatz von Herdenschutzhunden. Diese speziellen Rassen (Owtscharka, Maremmano etc.) fühlen sich gewissermaßen selbst als Teil der Viehherde und verteidigen sie eigenständig gegen Beutegreifer wie Bär oder Wolf. Auf diese Weise sind die Schafe geschützt und die widersinnige Wolfsjagd wird ihres letzten Argumentes beraubt. Weitere Hinweise: Tierschutzverein CANIS, canis@aon.at, 0676/9469269
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