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Presse/Medien |
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Presseinformation,
13. September 2000
"Kampfhunde":
Aufklärung statt Hysterie Heute
Abend strahlt ORF 2 die Sendung "Help TV Spezial" zum viel
diskutierten Thema "Kampfhunde" aus. Am Freitag tagt im
Parlament ein Unterausschuß zur selben Materie, bei dem der
Tierschutzverein CANIS Expertenstellung innehat. Anlaß genug, erneut
Sachlichkeit in die aufgeheizte Diskussion zu bringen. Viele hartnäckige
Klischees rund um den Hund bedürfen dringend
einer Ablöse durch Fakten. Mag.
Alexander Willer,
Obmann des Tierschutzvereins CANIS: "Rassische
Vorurteile gegenüber Tieren sind so alt wie die Menscheitsgeschichte.
In der frühen Neuzeit schickte man Katzen und Wölfe als vermeintliche
Hexen oder Werwölfe auf den Scheiterhaufen oder nagelte Fledermäuse
zur Abschreckung von Vampiren an Scheunentore. Im modernen
Medienzeitalter jagt die Boulevardpresse "Kampfhunde" und
populistische Politiker betätigen sich gewissermaßen als Exorzisten,
indem sie Rassenverbotslisten erlassen." Betrachtet
man viel zitierte, aber wenig verstandene Begriffe wie
"Aggression" oder "Pitbull" im Spiegel der
Wissenschaft, bleibt vom Monster "Kampfhund" wenig
Abscheuliches übrig. Aggression: Aggression
im rein naturwissenschaftlichen Sinne - nicht im ethischen -, ist ein
Grundmerkmal aller Lebewesen. Ohne Aggression gäbe es kein Überleben.
Demnach ist Aggression vom Grundsatz her genetisch verankert. Wie weit
sie aber zum Ausdruck kommt, hängt von zahlreichen, meist äußeren
Faktoren ab. Im speziellen Fall Hund heißt das: vom Menschen !
Selektive Zucht aggressiver Blutlinien, Fehlprägung im Welpenalter,
brutale Konditionierung und falsche Haltung bewirken ein Übermaß an
Aggression. Dr. Dorit Feddersen-Petersen von der Universität Kiel
betont unermüdlich, daß es a priori keine "Kampfhunderassen"
gibt. Daher sind Verbote ebenso absurd wie nutzlos. Pitbull: Weder
der Weltkynologenverband FCI, noch der inländische ÖKV kennen eine
Rasse mit der Bezeichnung Pitbull an.
Der Begriff stammt aus dem England des 17.Jahrhunderts, wo scharf
gemachte Hunde zum Gaudium der Bevölkerung in der Arena, dem "pit",
auf Wildschweine, Bären oder Bullen gehetzt wurden. Daher der Name
"pitbull". Die dafür scharf gemachten Hunde wurden aber nicht
als eigenständige Rasse gezüchtet, sondern durch Einkreuzung übermäßig
aggressiver Einzeltiere aus verschiedensten Rassen selektiert. Daher
weisen Pitbulls bis heute kein einheitliches äußeres Erscheinungsbild
auf. Pitbull ist demnach eher eine "Berufsbezeichnung" wie
Lawinen- oder Spürhund. Conclusio: es ist ebenso sinnig von
reinrassigen Pitbulls zu sprechen wie von reinrassigen Mischlingen. Nähere
Informationen: Mag. Alexander Willer, 0664/311 88 90
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