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Gemeinsame Presseinformation CANIS/VgT, Dienstag, 9. Dezember 2003

 

10. Dezember: Protest gegen japanische Delfinmassaker

CANIS und VgT demonstrieren vor japanischer Botschaft in Wien:

Solidarität mit der Sea Shepherd Conservation Society

 

6. Oktober 2003:  Japanische Fischer treiben in Taiji etwa 60 Delfine in eine seichte Bucht und beginnen, die Meeressäuger mit Messern, Stangen und Harpunen abzuschlachten. Gleichzeitig geben zwei Aktivistinnen der Sea Shepherd Conservation Society ihre Tarnung als Camper auf den Klippen auf, um das Gemetzel zu filmen. Es dauert nicht lange, da werden die Kanadierin Brooke McDonald samt ihrer britische Kollegin Morgan Whorwood von den Fischern unter Todesdrohungen zur Herausgabe ihrer Filme aufgefordert. Brooke gelingt es noch rechtzeitig, das Filmmaterial in ihrer Unterwäsche bzw. zwischen den Steinen zu verstecken. Mittlerweile war auch Aktionsleiter Nicolas Hensey (USA) vor Ort. Sein Hilferuf an die örtliche Polizei blieb unbeantwortet, erst 30 Minuten später trafen die Beamten eines Nachbarortes ein. Doch anstatt die Fischer wegen tätlicher Drohung zu inhaftieren, nahm die Polizei die drei Personen der Sea Shepherd Crew in Gewahrsam und unterzog sie neun Stunden lang einem Verhör; das Verständigen der Konsulate blieb untersagt. Gegen die Fischer wurde überhaupt nicht ermittelt.

18. November 2003: Erneut war die Crew der Sea Shepherd vor Ort, als ein weiteres Delfinmassaker sich anbahnte. Die Amerikanerin Allison Lance-Watson sowie der Niederländer Alex Cornelisson sprangen ins Wasser und schnitten Löcher in die Netze, wodurch 15 panischen Delfinen die Flucht gelang. Beide Personen wurden nachfolgend festgenommen und in der Polizeistation von Shingu unter Ablehnung einer Kaution inhaftiert. Tags darauf wurden die Unterkünfte der Sea Shepherd-AktivistInnen gestürmt. Die Polizei, welche Aufnahmen des Delfingemetzels kurzerhand für illegal erklärte, beschlagnahmte Filme, Kameras und Laptops. Alex und Allison, die Frau des Sea Shepherd-Präsidenten Captain Paul Watson, blieben bis heute hinter Gittern.

Taiji gilt als Zentrum der japanischen Delfinjagd. 2.900 der alljährlich 22.000 in Japan getöteten Delfine finden dort ihr Ende. Für die Fischer lohnt sich das Gemetzel, zumal der Verkauf des Delfinfleisches sich sehr lukrativ gestaltet. Die Leichenteile der Tiere finden als „Delikatesse“ reißenden Absatz. Überhaupt gilt Japan neben Norwegen als führende Nation, was den Fang von Cetaceen (=Walartigen) betrifft. Etwa 700 Wale landen alljährlich – getarnt unter dem Deckmantel „wissenschaftliche Forschung“ – ebenfalls in den Feinschmeckerrestaurants.

Der 10. Dezember 2003 wurde von der Sea Shepherd Conservation Society, http://www.seashepherd.org/, weltweit zum Protesttag gegen das Delfinschlachten ausgerufen. In Wien werden der Tierrechtsverein CANIS, http://www.canis.info , sowie der Verein gegen Tierfabriken, http://www.vgt.at , gemeinsam mit Sea Shepherd-Unterstützerinnen ab 13 Uhr vor der Botschaft Japans, 1010, Hessgasse 6/Schottenring, eine Protestkundgebung abhalten.

Mag. Alexander Willer, CANIS: „Es gilt, den japanischen Behörden und Politikern vor Augen zu führen, daß die Gemetzel an Delfinen und anderen Walen durch nichts entschuldbar sind – und daß die Weltöffentlichkeit das Geschehen in Taiji mit Abscheu verfolgt. Und nicht zuletzt ist gerade jetzt Solidarität mit den AktivistInnen der Sea Shepherd Conservation Society gefragt.“

Rückfragen: Mag. Alexander Willer (CANIS), 0676/94 69 269, Maria Griebl, Harald Balluch (VgT) 01/929 14 98

 

 

 

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