Presse/Medien


Gemeinsame Presseerklärung von IBT und CANIS, 21.11.2002

IBT und CANIS äußern Skepsis über Tierschutzerklärung von Kanzler Schüssel

Der Initiatorin des Tierschutzvolksbegehrens Gerda Matias, vom Internationalen Bund der Tierversuchsgegner (IBT) sowie Mag. Alexander Willer, Vorsitzender des Tierrechtsvereins CANIS, begrüßen zwar die überraschende Ankündigung von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, wonach die ÖVP nun ebenfalls ein Bundestierschutzgesetz befürworte, mahnen aber zur
Vorsicht.

Der Grund dafür ist einleuchtend: 1996 fand ein Tierschutzvolksbegehren statt, das von 460.000 ÖsterreicherInnen unterzeichnet worden war, dessen Inhalt aber bis dato schubladisiert, und der Willen der BürgerInnen damit ignoriert worden ist. Stets war es die Österreichische Volkspartei, die sowohl in Koalition mit der SPÖ als auch der FPÖ eine Umsetzung der Forderungen: Bundestierschutzgesetz, Tieranwaltschaft, Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen sowie Verankerung des Tierschutzes im Verfassungsrang blockierte.

Gerda Matias (IBT): "Vier Tage vor der Wahl gab Kanzler Schüssel sein Veto zu einem Bundestierschutzgesetz auf, nachdem seine Regierung jahrelang vehement gegen eine einheitliche Regelung war. Was auf der ersten Blick Anlaß zur Freude gibt, mahnt aber auch zu berechtigter Skepsis. Es muß befürchtet werden, daß die ÖsterreicherInnen aus wahltaktischen Überlegungen an der Nase herumgeführt werden. Außerdem bleiben drei der vier Volksbegehrensforderungen weitestgehend unerfüllt"

Und Mag. Alexander Willer (CANIS) ergänzt: "Ein Bundestierschutzgesetz alleine ist noch keine Qualitätsgarantie. Es wird sehr auf den Inhalt ankommen. Wie ÖVP-Generalsekretärin Dr. Rauch-Kallat bereits publik machte, bleibe etwa der Bereich Jagd ausgeklammert. Was folgt als Nächstes? Der Sektor Nutztiere? Dann ist wohl das Papier bloß als reine Makulatur zu bewerten."

Gestern überreichte eine fünfköpfige Delegation, der neben Matias und Mag. Willer auch Dr. Balluch (Verein gegen Tierfabriken), Markus Hübl (Wr. Tierschutzverein) und Helmut Wittmann (Vier Pfoten) angehörten, dem Wahlkampfleiter der ÖVP, Dr. Reinhold Lopatka, ein Schriftstück, auf dem die ÖVP eine "Garantieerklärung" abgeben sollte, die Punkte des Volksbegehrens innert 24 Stunden zu unterzeichnen (Grüne, FPÖ und SPÖ haben dies im Rahmen einer Pressekonferenz vom 13.11. bereits gemacht). Die heutige Besetzung der ÖVP-Zentrale durch VgT-AktivistInnen ist als Folge einer Nichtunterzeichnung des Papiers zu betrachten.

Weitere Informationen:
Gerda Matias (IBT):0676/6003047, tierversuchsgegner@chello.at , www.tierversuchsgegner.at
Mag. Alexander Willer (CANIS): 0676/9469269, canis@aon.at , www.canis.info

 

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