Gefährdete Arten

 

BRD/Zirkus: Elefantendame "Rani" ist tot !

Am Montag, 13. Januar, wurde die Elefantendame „Rani“ von ihren Leiden erlöst und eingeschläfert. Dabei hätte das monatelange Dahinsiechen durchaus verhindert und die Lebensqualität des Tieres merklich erhöht werden können. Doch wieder einmal sind die besten Pläne zum Scheitern verurteilt, wenn der Besitzer aus finanzieller Gier, und der Amtsveterinär aus Zaudern untätig bleiben.  

Zu „Ranis“ Leidensgeschichte: Die Zirkuselefantin hatte – unter dubiosen Umständen – vergangenen Herbst einen Beinbruch erlitten. Es gelang zwar, „Ranis“ Bein zu heilen – obwohl es ab dann 8 cm kürzer als die anderen war – allerdings wurde der Elefant seinem Besitzer zurückgegeben. Dies hatte zur Folge, daß die Elefantenkuh in einem „Winterquartier“, sprich einem völlig verdreckten ehemaligen Schweinemaststall, untergebracht worden war. Darin wurde „Rani“, von nicht fachgerechten Seilen gehalten (wegen der Gehbehinderung), sprichwörtlich ihrem Schicksal überlassen. Die Seile schnitten dem Tier ein und drückten auf die Organe, was zu Atem- und anderen Organschwierigkeiten geführt hatte. Zudem stand die kleinwüchsige Elefantendame tagelang in ihren Fäkalien, der Urin verätzte ihr die Fußsohlen – schwere Entzündungen waren das Resultat.  

Die Euthanasie war letztendlich der einzige Ausweg, da nach einhelliger Expertenmeinung der Elefant nicht mehr zu heilen gewesen wäre. Dabei hätte der Safaripark Gänserndorf, nördlich von Wien gelegen, „Rani“ schon im Herbst 2002 kostenlos übernommen und ihr im fertiggestellten Elefantengehege ein tiergerechtes Weiterleben ermöglicht. Der völlig unnötige Tod „Ranis“ muß für zwei Punkte zum Anlassfall werden:

1) Ihre Leidensgenossin „Kenia“ steht beim selben Besitzer ein und soll zum „Zirkus Berolina“ übersiedeln; einem Tierausbeutungsunternehmen, dem erst vor drei Wochen ein Elefant wegen dilettantischer Haltung verstorben ist. „Kenia“ muß unbedingt nach Gänserndorf transportiert werden!

 Erfahren Sie mehr über das Elefanten-Retirement-Projekt "Jumbo - Home of the Grey" unter folgender URL: www.safaripark.at/projekte/r3c1projekte010201.htm 

 

2) Der Tod „Ranis“ ist symptomatisch für die tagtägliche Quälerei, die Tiere in Zirkussen ausgesetzt sind; egal ob in oder hinter der Manege. Jetzt ist politischer Wille gefragt, um das Halten von (Wild-)Tieren im Zirkus auch in der BRD zu untersagen.

In Österreich existieren bereits seit über fünf Jahren wissenschaftliche Publikationen, die belegen, daß Elefantenhaltung im Zirkus NIEMALS artgerecht sein kann und daher abzulehnen ist.

 Besuchen Sie die Site der Wiener Umweltanwaltschaft, http://www.wien.gv.at/wua/b-wua.htm#kap10, wo sowohl "Richtlinien für die Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmen" (Wien 1996) als auch "Unfälle mit "Wild-)Tieren in Zirkusunternehmwn" (Wien 1997) online bestellt werden können. Beide Studien sind auch in englischer Übersetzung zu beziehen; zweitere Studie wurde offiziell von mir selbst ins Englische transkribiert und ist unter dem Titel "Accidents With (Wild) Animals in Circusses" (Wien 1998) ebenfalls unter angegebener Internetadresse zu bestellen.

Text: Mag. Alexander Willer/CANIS


 

 

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