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Australien: Experimente über die Schmerzempfindlichkeit von Hummer
Die
Angelegenheit ist vor allem in den Bundesstaaten Tasmanien, Süd- und
Westaustralien von Bedeutung, wo Menschen, die zur Erholung fischen, per
Gesetz verpflichtet sind, den Schwanzfächer von Hummer, der für private
Kochtöpfe gefangen wurde, abzutrennen. Die Tiere werden danach lebend
weitertransportiert. So unterscheidet man zwischen Sport- und Kommerzfang
von Hummer. In
Südaustralien, wo pudelgroße Hummer aus wimmelnden Gewässern geerntet
werden, weigerten sich zwei Fischer, dieser seit langem andauernden Praktik
Folge zu leisten, da sie sie als grausam empfinden. Die Beiden wurden
belangt, dennoch werden die Fischereibehörden das Anliegen um die Hummer
weiterverfolgen und seine Schmerzgrenze untersuchen. Wissenschafter
haben bereits mit Experimenten begonnen, worin Hummerschwänze auf
Nervengewebe untersucht werden. Außerdem sollen die biochemischen
Reaktionen der Krustentiere getestet werden, sobald ihre Schwänze
abgehackt werden. So soll geklärt werden, ob das gewöhnlich dabei
beobachtete Zucken ein bloßer Reflex oder ein Indikator für Schmerz ist. Die
Experimente werden vom Veterinär der südaustralischen Fischerei, Dr. Colin
Johnston, sowie dem South Australian Research and Development Institute
durchgeführt. Dr. Johnson: Obwohl diese Kreaturen für den Verzehr
bestimmt sind, sorgen sich die Leute um sie. Die
kürzlich vom Roslin Institute, Edinburgh [1], durchgeführte britische
Studie fand Beweise, daß Fische am Haken Schmerz empfinden.
Regenbogenforellen, deren Lippen mit Bienengift bzw. einer leichten Säure
injiziert worden waren, reagierten mit ruckartigen Bewegungen ähnlich
derer von Säugetieren unter Stress. Und auch sonst benahmen sich die
Forellen sonderbar. Im
Falle der Hummer, die beim Kochen in siedendes Wasser geworfen werden, nimmt
sich die Aufmerksamkeit für ihr Wohlergehen sonderbar aus. Der Direktor der
südaustralischen Fischerei, Will Zacharin, merkt an, daß die Hummer oft
schon beim Fang Beine oder Antennen einbüßen. Aber so wie die
Tierethik heutzutage ist, muß man den Fall untersuchen, ergänzt er. Die
Wissenschafter werden im Juni über ihre Forschungsergebnisse berichten. [1]
Roslin ist jenes Institut, an dem Klonschaf "Dolly" konzipiert
worden war.
Das
© für die dt. Übersetzung liegt beim Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info.
(26.05.03) Der
englische Text stammt von Kathy Marks (Sydney) für London Independent,
http://news.independent.co.uk. Im
Net auf der irischen Site von Unison unter: http://www.unison.ie/stories.php3?ca=32&si=976314
(18.05.03)
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