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In
memory of Barry Horne Am
5.November 2001 verstarb eine der Symbolfiguren der internationalen
Tierrechtsszene, Barry Horne. Horne
war ein einfacher Arbeiter der Müllabfuhr in der englischen Stadt
Northampton, ehe er sich der Problematik der Tierausbeutung stellte. Im
Dezember 1997 wurde er vom Krongericht in Bristol wegen einer landesweiten
Brandsatzanschlagsserie zu 18 Jahren Haft verurteilt. Die Anschläge waren
nicht gegen Menschen, sondern rein gegen Einrichtungen gerichtet, die mit
Tierversuchen zu tun hatten. Das harte Urteil begründete der Richter mit
der Aussage, Horne wäre ein städtischer Terrorist. 1998
trat er in einen 68tägigen Hungerstreik, um erneut gegen die grausame
Praxis der Vivisektion zu protestieren. Horne trug schwere Nieren-, Leber-
und Augenschäden davon, überlebte aber. Horne
erklärte seinen Widerstand in folgenden Worten: Dieser Kampf ist
nicht für uns, unsere persönlichen Wünsche und Bedürfnisse, sondern für
jedes Tier, das jemals in Tierversuchslabors gelitten hat und darin
gestorben ist. Er gilt all jenen Tieren, die noch in denselben Labors
leiden werden, wenn wir diese böse Geschäftemacherei nicht jetzt
beenden. Die Seelen der gefolterten toten Tiere schreien nach
Gerechtigkeit, die der lebenden, nach Freiheit. Wir können diese
Gerechtigkeit schaffen und diese Freiheit herbeiführen. Die Tiere haben
außer uns niemanden. Wir werden sie nicht verraten. Tony
Blair, damaliger Spitzenkandidat der sozialdemokratischen Labour Party,
hatte im Falle eines Wahlsieges angekündigt, eine Kommission einzusetzen,
welche Barry
Horne trat konsequenterweise im Hochsicherheitsgefängnis von
Worchestershire erneut in Hungerstreik. Ein Sprecher des britischen
Innenministeriums hatte den offiziellen Standpunkt dazu schon drei Jahre
zuvor festgelegt: Wir werden uns nicht erpressen lassen. Wenn wir
dies täten, dann würde jeder, der für etwas kämpft, wie extrem das
auch sein sollte, dem Beispiel von Horne folgen. Wenn ein Mensch stirbt,
ist das eine Tragödie. Wir würden ihn zur Aufgabe auffordern, aber das
ist ganz alleine seine Entscheidung. Horne
konterte in der Tageszeitung The Observer: Worte sind
billig. Nur Taten zählen wirklich. Wir schaffen einen Wendepunkt, einen
Augenblick in der Geschichte, an den man sich erinnern wird. Das sollte
niemand anzweifeln. Wir werden das ende dieses Bösen erleben. Horne
war es nicht vergönnt, das Ende der Tierversuchsindustrie zu erleben. Er
verstarb an den Folgen eines Leberversagens. Am
Freitag, 16.11.2001, fanden sich 400 Tierrechtsaktivisten in Northampton
zu einer stillen Mahnwache ein. Mit einem grünen Fußballshirt gekleidet
wurde Barry Hornes Leichnam in einem Pappkarton-Sarg durch die Straßen
getragen. Grün deshalb, da es die Klubfarbe seines Fußballteams
Northampton F.C. ist. Tags darauf fand außerhalb der Stadt, bei Olney,
nach keltischem Ritus ein Begräbnis statt. Eine Priesterin empfahl seine
sterbliche Hülle den Freuden des ewigen Sommerlandes. Alles, was am
Friedhof an Barry Horne erinnern wird, ist ein Eichensprössling, der
seine Begräbnisstätte markiert. Unter
den Trauergästen fanden sich Keith Mann, der selbst eine siebenjährige
Haftstrafe wegen Brandsätzen gegen Tierhaltebatterien abzusitzen gehabt
hatte, bzw. Nancy Philipps, die Mutter von Jill, die 1995 von einem
Tiertransporter während eines Protestes überrollt und getötet worden
war. Einige
Polizeistellen sehen durch Hornes Tod nicht das Ende des Protestes,
sondern erst den Anfang. Denn vielen Tierrechtlern gilt Barry Horne als Märtyrer. Alexander
Willer/ Tierrechtsverein CANIS
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