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USA: Speichel der Vampirfledermaus als Schlaganfall-Therapie
In den Vereinigten Staaten rangiert Schlaganfall hinter Krebs und Herzinfarkt an dritter Stelle aller menschlichen Todesursachen. Auslöser des stroke sind Klumpen in den Gehirnarterien. Die bisher einzige weitläufig zur Verfügung stehende Therapiemöglichkeit ist das biotechnisch gewonnene Humanprotein TPA. Es kommt allerdings nur bei etwa fünf Prozent der SchlaganfallpatientInnen zur Anwendung, da es häufig zu Komplikationen kommen kann. Denn unsachgemäß verabreicht, führt das Präparat zu schweren Blutungen und muss innerhalb von drei Stunden nach Auftreten der Schlaganfallsymptome zu sich genommen werden. So suchte die medizinische Forschung nach einer Alternative zu TPA und wurde im Eiweiß Desmoteplase fündig, einem Stoff der im Speichel der Vampirfledermaus (Desmodus rotundus) zu finden ist. Die Hoffnung der Ärzte geht dahin, daß das Protein Blutklumpen zielgenauer angehen und zudem in einem längeren Zeitraum nach Auftreten der Schlaganfallsymptome verabreicht werden kann. So zumindest die Theorie. Bei der in Lateinamerika vorkommenden Fledermausspezies Desmodus rotundus, die sich darauf spezialisiert hat, das Blut von Rindern und anderen Säugern anzuzapfen, verhindert das Protein ein Flocken des Blutes, sodaß die Vampirfledermaus weitertrinken kann. In Europa, Australien und Asien laufen bereits zwei Studien mit einer gentechnisch veränderten Version des Fledermauseiweißes. Das Präparat wird in verschiedenen Dosen verabreicht. 60% von jenen PatientInnen, die Desmoteplase in großer Menge erhielten, zeigten nach drei Monaten gute Genesung, verglichen zu nur 20% der nicht mit dem Protein behandelten Personen. Dr. Steven Warach, Vorstand der Abteilung für Schlaganfalltherapie am Nationalen Institut für Neurological Diseases and Stroke der USA, nimmt die Studienergebnisse zum Anlass, eine verstärkte Forschung auf diesem Gebiet zu fordern. Text: www.canis.info, 12.02.04, nach AP vom 07.02.04
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