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CANIS protestiert gegen Robbenjagd in Kanada In Kanada beginnt die Jagdsaison auf Robben. 350.000 der Meeressäuger sind vom Fischereiministerium DFO bis Ende Mai zur Tötung freigegeben worden. Das ist das weltweit größte Massaker an Säugetieren, nur um den längst überholten Wirtschaftszweig der Robbenjäger künstlich weiter am Leben zu erhalten. Einen Wirtschaftszweig, der wiederum einem anderen Anachronismus der Pelzindustrie in die Hände spielt, welche u.a. die großen Designerhäuser beliefert. Noch vor wenigen Jahren war Pelz auf den Laufstegen von Paris und Mailand out, nun ist der Catwalk wieder voll mit den Fellen getöteter Tiere. Captain Paul Watsons Sea Shepherd Conservation Society (SSCS), http://www.seashepherd.org , rief den 15. März als weltweiten Aktionstag gegen das Robbenschlachten aus. In Österreich meldete CANIS Tags darauf eine Protestveranstaltung vor der kanadischen Botschaft in Wien an und überreichte gemeinsam mit Vertreterinnen des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) sowie SSCS-Aktivistinnen der zuständigen Diplomatin eine Protestnote. Die Botschaft händigte den TierrechtsvertreterInnen ihrerseits eine zweiseitige Stellungnahme aus. Darin wird betont, dass Kanada seine Rolle als Hüter [= steward] der Umwelt sehr ernst nehme. Ein makaberer Witz!
Immer wieder werden die Robben von offizieller kanadischer Seite (z.B. Umweltminister John Efford) für den Rückgang der Kabeljaupopulationen verantwortlich gemacht. Dies, obwohl längst klar ist, dass diese Fischart nur zu einem geringen Prozentsatz auf dem Speisezettel der Robben steht, wie Mageninhaltsuntersuchungen der Tiere ergaben. Dies, obwohl längst klar ist, dass das Leerfischen der Ozeane durch riesige Treibnetzflotten geschehen ist, welche in der Grand Banks vor der kanadischen Ostküste über Dekaden Raubbau betrieben. Zudem steht in dem Botschafts-Handout zu lesen, dass Kanada die Tradition der Jagd unterstütze (vor allem bei indigenen Völkern wie den Inuit) bzw. humane Tötungsmethoden sicherstellt. Gemeint sind damit Gewehre und so genannte Hakapiks (= Piken aus Holz mit Metallharke; traditionelles Inuit-Jagdinstrument). Nur Robben, die sich selbst versorgen können also älter als zwei Wochen sind dürfen getötet werden, besagt ein weiterer Punkt. Damit wollen die kanadischen Behörden wohl dem internationalen Protest den Wind aus den Segeln nehmen, zumal gerade die Bilder massakrierter Robbenbabys (white coats) die Öffentlichkeit aufbrachte. Verstöße gegen Humanität oder Altersgrenze werden geahndet, wie 200 Anzeigen gegen Sealers (= Robbenjäger) seit 1996 belegen sollen. Der Großteil der Robbenpelze wird nach Dänemark, Norwegen und China exportiert. Die kanadische Regierung stützt das Gemetzel aus politischem Kalkül: Nachdem die Kabeljaufischerei entlang von Labrador und Neufundland zusammengebrochen ist, müssen die Küstengemeinden wirtschaftlich bei Laune gehalten werden. Positiv die Berichterstattung der Kronen Zeitung, die am 17.03.04 einen tierfreundlichen Wort-Bild-Bericht über die Demo gegen die Robbenjagd abdruckte. Text: www.canis.info , 21.03.04/21.04.04
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