Gefährdete Arten

 

Los Angeles: Puma in den Bergen rund um Millionenstadt

Lange Zeit wurde die Anwesenheit von wildlebenden Pumas in Nähe der stark bevölkerten und zersiedelten Millionenstadt Los Angeles der all zu großen Vorstellungskraft einiger Wanderer oder Anwohner zugeschrieben. Nun gelang der sprichwörtlich bildliche Beweis, daß die Großkatzen tatsächlich in den Santa Monica Mountains heimisch sind. In der Wildnis angebrachte Kameras mit Bewegungsauslöser schossen Bilder von einem Pumakater. Seth Riley und Eric York vom National Park Service legten am Mulholland Highway Fallen aus, um den Puma lebend zu fangen, ihn mit einem GPS-Radiohalsband (tracking collar) auszustatten und wieder freizulassen. Das Unterfangen gelang, und der 150 Pfund schwere, sechs bis acht Jahre alte Kater steht seitdem unter Beobachtung. Erste Ergebnisse zeigen, daß ein Puma (in den USA auch mountain lion, meist aber cougar genannt) offensichtlich auch in Großstadtnähe weitläufige Streifgebiete in Anspruch nimmt. Nach Angaben der Parkforscher ist die Größe der Population in den Bergen um L.A. daher a priori limitiert: „Es ist höchstens Raum für ein weiteres Männchen bzw. für noch drei Weibchen“, meint Riley. Bisher konnte allerdings außer dem Pumamännchen keine weitere Großkatze fotografiert werden. Dennoch glaubt Riley, daß dort, wo ein Kater ist, auch eine Katze sein müsste. Aber nicht jeden Menschen rund um L.A. freut das Auftauchen des Berglöwen. 

Seit dem Bekanntwerden der tatsächlichen Präsenz von Pumas wird auch Intoleranz akut. Betreiber von Ranches oder Erholungsanlagen äußerten schon jetzt ihren Standpunkt, daß es für sie keinen Unterschied machen würde, ob ein Puma ein Radiohalsband trage oder nicht – sollte er sich etwa an teuren Pferden vergreifen. Riley und York sehen die größte Bedrohung aber nicht durch Jäger, sondern in den Habitaten selbst. Um auf längere Sicht hin überleben zu können, benötigen Pumas zusammenhängende Gebiete (linked habitats), die nicht durch Siedlungen oder Straßen durchtrennt sind. Leider führt aber auch durch das Habitat des beobachteten Pumamännchens ein Freeway, der ein fast unüberwindliches Hindernis scheint. Den Parkforschern bleibt nur die Hoffnung, daß der Kater Überquerungsversuche unbeschadet übersteht. Auf eine Frage der „Los Angeles Times“, ob das Ökosystem in den Bergen um LA denn ohne Berglöwen auseinanderbrechen würde, antwortete Seth Riley mit „Nein“, aber „wir alle wären ein Stück ärmer, gäbe es sie hier nicht mehr“.

Text: A. Willer/CANIS nach „The Los Angeles Times“, 19. August 2002, unter: http://www.latimes.com/news/local/la-me-lions19aug19.story?null 

 

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