Gefährdete Arten

Fledermäuse: Natura 2000 ungenügend umgesetzt

 
März 2001 - Eine jüngst vom Umweltdachverband ÖGNU und von Dr. Friederike Spitzenberger (Naturhistorisches Museum Wien) durchgeführte Studie belegt, daß Österreichs alpiner Fledermausbestand nach EU-Naturschutzrecht zu mehr als 80 Prozent ungenügend geschützt ist. Das Manko ist aber nicht in Brüssel, sondern in den einzelnen Bundesländern zu suchen.
Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU verpflichtet Österreich, Gebiete mit größeren Beständen bedrohter Fledermäuse im Rahmen des Natura 2000-Schutzprogrammes in Brüssel zu melden. Ziel ist es dabei, ein europaweites Netz aufzubauen, daß gefährdeten Säugetierarten (u.a. Fledermäusen) das Überleben sichert.
Dr. Spitzenbergers Untersuchung wies in der alpinen Region Österreichs 318 Winter- und Sommervorkommen von gefährdeten Fledermäusen nach, die aufgrund ihrer Bestanddichte zwingend für Natura 2000 gemeldet werden müßten. Leider ist dies nur bei etwa 19 Prozent der Fall. Dabei ist die Fürsorge in den einzelnen Bundesländern verschieden stark. Niederösterreich hat immerhin noch 50% der meldepflichtigen Vorkommen in Brüssel hinterlegt, die Steiermark hingegen nur mehr 5%. Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol gaben kein einziges der 10 bis 60 schützenswerten Fledermausgebiete an.
 
ÖGNU urgiert nun bei den Bundesländern und schickte die Liste der Versäumnisse auch in die EU-Hauptstadt. Dabei dienten die Fledermäuse nur als Stichprobe, inwieweit gefährdete Arten wirklich im Natura 2000-Programm gemeldet werden. Die lasche Vorgangsweise der Behörden läßt bei Dr. Spitzenberger die Forderung nach einer "nationalen Evaluierung" anderer Arten laut werden.

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