| Gefährdete
Arten
Der Luchs ( Lynx lynx ) - Europas größte Katze
In Amerika kommen zwei weitere Arten aus der Verwandschaft der Luchse vor: Der Kanadaluchs (Lynx canadensis) und der Rotluchs (Lynx rufus). Auch hier ist das Verbreitungsschema ähnlich wie in Europa. Der größere Kanadaluchs bewohnt den nördlichen Teil Nordamerikas, während der kleinere Rotluchs die südlichen Bereiche bis nach Mexiko besiedelt. Beim
Europäischen Luchs kennt man vier Unterarten, die sich zum Teil sehr in
der Körpergröße und Fellfärbung unterscheiden. So gibt es verschiedene
Felltönungen - von rötlichbraun bis hellgrau. Die Fellzeichnung besteht
aus Tupfen und Strichen. Typisch für Luchse und ungewöhnlich für Katzen
sind ihre "Pinselohren" und ihre Backenbärte. Sie sind
keinesfalls nur modische Extravaganzen, sondern stehen im Dienste der
innerartlichen Kommunikation. Die meisten Katzenarten kommunizieren zu
einem großen Teil über Haltungen und Bewegungen ihrer Schwänze. Luchse
haben im Gegensatz zu den meisten anderen Katzen allerdings nur kurze
Stummelschwänze, so dass "Pinselohren" und Backenbart deren
Funktion übernehmen müssen. So kann der Backenbart zum Beispiel weit
abgespreizt oder eng zusammengezogen werden - jede Bewegung oder Stellung
hat eine eigene Bedeutung.
Nach
einer Tragzeit von etwa 70 Tagen wirft eine Luchsin bis zu sechs
Jungtiere, von denen aber meist nur zwei überleben. Wie lange die jungen
Luchse bei der Mutter bleiben, hängt ganz von den Lebensbedingungen ab.
Junge Luchse aus südlichen Regionen, in denen milde Winter mit einem
guten Nahrungsangebot herrschen, trennen sich bereits im Herbst von der
Mutter, während ihre Artgenossen aus nördlichen Regionen mit strengen
Wintern und knappem Nahrungsangebot auch im Winter noch von der Mutter
versorgt werden müssen. Den Europäischen Luchs bezeichnet man eigentlich besser als Eurasischen Luchs, da er nicht nur Europa, sondern auch weite Teile Nordasiens bis nach Ostsibirien bewohnt. In Europa wurde sein Verbreitungsgebiet in den letzten 200 Jahren aber immer mehr eingeschränkt, so dass er in West- und Mitteleuropa völlig verschwand. Er galt Jägern als Konkurrent um jagdbares Wild, so dass man ihn schonungslos bejagte. Nach viel Überzeugungsarbeit durch Arten- und Naturschutzorganisationen und manchen Rückschlägen scheint es heute aber doch möglich, den Luchs in einem Teil seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes wieder anzusiedeln. Erfolge erzielte man bereits in Österreich, der Schweiz und Frankreich. Trotz vieler Widerstände wird jetzt auch in Deutschland eine Wiederauswilderung versucht. Hierzu wurden zunächst drei Luchse aus verschiedenen Tierparks in ein zwei Hektar großes Gehege im Nationalpark Harz gebracht. Von dort sollen sie in ein doppelt so großes Auswilderungsgehege umziehen und sich weiter in Richtung Süden ausbreiten. |
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