Sehr geehrte Damen und
Herren,
Sie haben uns (Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V.)
Ihre Presse-Information zum Urteil des BFG i.S. Islamisches Schächten
zugesandt.
Unserer Meinung nach besteht der beste Tierschutz darin, kein Fleisch zu
essen und sich veganisch (d.h. völlig ohne tierische Produkte) oder
ovolaktovegetarisch (d.h. ohne Fleisch und Fisch, aber unter
Verwendung von Eiern und Milchprodukten) zu ernähren. Die
Fleischproduktion in der heutigen Zeit (Massentierhaltung, Tiertransporte,
Fütterungsmethoden) muss als absolut tierquälerisch, unnatürlich und
gesundheitsschädigend für Mensch und Tier bezeichnet werden.
In Ihrer Presse-Information schreiben Sie, dass Schächten unter Beachten
der islamischen Vorschriften für das Tier die humanste Schlachtmethode wäre.
Dürfte ich Sie bitten, uns dies genauer zu erläutern. Wie kann eine
Methode, bei der dem Tier bei vollem Bewußtsein die Kehle bzw. die
Halsblutgefäße durchschnitten werden, humaner sein als Methoden, bei
denen das Tier vorher, auf welche Weise auch immer, betäubt wird?
Übrigens ist der Begriff "humanes Schlachten" ein Widerspruch
in sich... Schlachten kann niemals human" im ethisch moralischen
Sinne sein, so wie es kein "humanes Töten", keinen
"humanen Krieg", keine "humane Todesstrafe" usw. geben
kann...
Noch auf einen anderen Gesichtspunkt möchte ich hinweisen. Das Urteil trägt
in keiner Weise zur Akzeptanz unserer ausländischen Mitbürger bei,
sondern wird im Gegenteil in Deutschland Vorurteile vor allem gegenüber
Menschen islamischen Glaubens. verstärken. Der deutschen Bevölkerung
wird es absolut nicht zu vermitteln sein, dass Tiere mit - verzeihen Sie -
aus der Sicht des deutschen Normalbürgers "blutrünstigen",
aber zumindest anachronistischen Methoden geschlachtet werden sollen und
das noch dazu mit dem Segen des Bundesverfassungsgerichtes.
Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichem Gruß
Dr.Bernhard Rambeck
Vereinigung
"Ärzte gegen Tierversuche" e.V., Frankfurt)
www.aerzte-gegen-tierversuche.de