KLONIERUNG

 

CopyCat“, die erste geklonte Katze

Am 15. Februar berichteten weltweit die großen Nachrichtenagenturen von der ersten erfolgreichen Klonierung einer Katze. Das auf den Namen cc. (steht symbolisch für copy cat wie auch carbon copy*) getaufte Kätzchen, hatte am 22.12.2001 in Texas mittels Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickt. Initiator dieses Klonierungsprojekts ist der 81jährige Philantrop John Sperling, der selbst die in College Station,

Texas, beheimatete Firma Genetic Savings & Clone Inc. innehat. 3,5 Millionen Dollars stellte er der Texas A&M University für die Erschaffung von cc zur Verfügung. Als Gegenleistung sicherte er sich die Option auf Exklusivlizenzen von Texas A&M, die aus Klonierungsprojekten mit Haustieren erwachsen könnten. Als Motivation gab Sperling an, in einem ersten Schritt, reichen Haustierbesitzern die Möglichkeit zu bieten, ihre tierischen Lieblinge zu reproduzieren. Späterhin möchte er vor allem „sozial wertvolle“ Tiere, wie z.B: Such- oder Rettungshunde klonen lassen.

Duane Kraemer, einer der führenden Wissenschafter bei cc’s Erschaffung sieht noch weitere Chancen gegeben. Klonierte Katzen sollen in Hinkunft in der AIDS-Forschung eingesetzt werden. Die amerikanische Tierschutzorganisation HSUS kritisiert hingegen nicht nur ein Ansteigen der Tierversuche durch Experimente wie diese, sondern gibt auch zu bedenken, daß geklonte Tiere keineswegs dieselben positiven Wesensmerkmale aufweisen müssen wie ihre natürlich gezeugten Vorbilder. Charakter ist schließlich nicht ausschließlich eine Frage der Gene.

188 Versuche und 82 Embryonen waren notwendig, ehe eine Katze mit einem einzelnen Kätzchen schwanger geworden war. Die Klonierungsexperimente liefen mit zwei verschiedenen Zelltypen adulter Katzen ab. Der Erfolg stellte sich bei den sogenannten Cumulus-Zellen ein, die in den Eierstöcken von „Rainbow“, einer universitätseigenen Katze befanden. In wenigen Worten beschrieben, verlief der Klonierungsprozeß dermaßen, daß der Kern aus der Eizelle entfernt und diese dann mit der Cumulus-Zelle verschmolzen wurde. Drei davon zog man zu Embryonen groß und implantierte sie in die Katzen. Nach 60 Tagen erblickte schließlich cc das Licht der Welt.

Doch im Unterschied zur genetischen Mutter, einer Tigerkatze, ist cc weiß-calico-färbig. Wissenschafter erklären diesen optischen Unterschied dadurch, daß die Fellfarbe nicht nur genetisch bedingt ist, sondern auch von den Umständen im Mutterleib abhängig wäre.

Das Katzenprojekt ist ein Ableger des Missyplicity Project, einem $ 3,7 Millionen teuren Versuch, den Hundemischling „Missy“ zu klonen. Laut Chefexperimentator Dr. Mark Westhusin wäre die Klonierung von Hunden allerdings weitaus schwieriger als die von Katzen. Stolz erklären aber er und sein Team, die Klone aus dem „Stall ins Wohnzimmer“ gebracht zu haben. Denn cc ist bisher das einzig geklonte Haustier. Zuvor gab es nur Klone von Schafen, Rindern, Ziegen, Schweinen oder Mäusen.

Quellen: 

Houston Chronicle“, 14.2.02: http://www.chron.com/cs/CDA/story.hts/metropolitan/1255455 

CNN.com: http://www.cnn.com/2002/HEALTH/02/14/cloned.cat.reut/ 

Weitere Informationen:

Texas A&M University: www.tamu.edu 

Missyplicity Project: www.missyplicity.com 

Nature”: www.nature.com 

* copy cat heißt im Engl. „Nachahmer, Nachäffer“; cc steht in Briefen oder E-Mails als Abkürzung für carbon copy, also als Vermerk, daß die Nachricht als Kopie an angegebene Personen weitergeleitet worden ist.

 

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