KLONEN

 

US-Firma klont erstmals menschlichen Embryo für Stammzellen

Am 25. November 2001 tickerte eine sensationelle Meldung durch die Redaktionen der weltweiten Nachrichtenagenturen. Reuters gab bekannt, daß es der in Worcester, Massachusetts, ansässigen Biotech-Firma ACT (Advanced Cell Technology, Inc.) erstmals gelungen war, einen menschlichen Embryo zu klonen.

ACT erklärte gegenüber der Presse, daß es nicht Ziel sei, Menschenklone zu produzieren. Vielmehr werde versucht, mit Hilfe der Embryonen neue Therapien gegen Diabetes, Parkinson, Alzheimer, Krebs oder AIDS zu entwickeln. Embryonale Stammzellen haben die Eigenschaft, daß aus ihnen theoretisch vom Herz bis zum Gehirngewebe alles nachgezüchtet werden kann. Damit – so die Zukunftsmusik – könnte beschädigte oder krankhaft veränderte Körperteile ersetzt werden.

Michael West, Chief Executive Officer von ACT, deutete an, seine Firma habe die Forschung deshalb so rasant vorangetrieben, da es in den Vereinigten Staaten Überlegungen gibt, jegliches Klonen von menschlichen Embryonen zu verbieten. Ein diesbezügliches Gesetz befindet sich im US-Senat gerade in der Begutachtungsphase. ACT argumentierte, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Klonierung von Embryonen müssen sofort publiziert werden, damit den Forschern das Datenmaterial zur Verfügung steht, ehe noch ein mögliches rechtliches Verbot eintritt. Schon jetzt verbieten amerikanische Bundesgesetze die Verwendung von Steuergeldern für die Experimente an menschlichen Embryonen. ACT konnte diesen Schranken passieren, da die Firma von privater Hand subventioniert wird.

Advanced Cell Technology verlautbarte, daß seine Forscher bei besagtem Experiment mit Humanmaterial nach der klassischen Klonierungsweise vorgegangen sind: aus einer menschlichen Eizelle wurde die DNA herausgekratzt und durch die aus dem Zellkern einer adulten menschlichen Hautzelle ersetzt. Die Eizelle begann sich zu teilen, so als wäre sie durch ein Spermium befruchtet worden; aber anstatt zu einem Baby heranzuwachsen, bildete sich ein Haufen von Zellen. Michael West sagte dazu zum Sender NBC: „Wissenschaftlich, biologisch gesehen, sind diese Einheiten, die wir erschaffen, keine Individuen. Es handelt sich dabei nicht um menschliches Leben, sondern um zelluläre Lebensformen.“ Derselbe Prozeß wurde in der Vergangenheit schon zum Klonen von Schafen, Rindern oder Affen verwendet.

An der Frage, ob das Klonen von menschlichen Embryonen ethisch vertretbar sei oder nicht, werden sich noch viele Geister scheiden; auch, ob es dadurch parallel zu einem Rückgang von Klon-Tierversuchen kommen wird – oder aber zu einem Anstieg.

Mag. Alexander Willer/Tierrechtsverein CANIS

 

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