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USA/Jagdranches:
Tierverachtung in widerlichster Form
Die meisten Veranstalter dieser Metzeleien garantieren ihren Kunden den Jagderfolg im voraus: If you dont kill something, you dont pay. Wer nicht zum Töten kam, braucht auch nicht zu zahlen; so einfach ist das. Nashorn, Oryxantilope, Tiger oder Zebra bringen pro Stück $ 20.000,- und mehr ein. Metzeleien
auf den Jagdranches Bevor die Tiere abgeknallt werden, gewöhnt man sie an Menschen. Manche werden konditioniert, durch das Klimpern der Futterschale aus dem Versteck hervorzukommen, was es späterhin dem Trophäenjäger erleichtern soll, frei zum Schuß zu kommen. Einige andere Tiere steckt man in enge Käfige, um sie auf Wunsch der Freizeit-Hemmingways auch gleich dort niederzumetzeln. Der Todeskampf der schwer verwundeten Lebewesen dauert meist lange, da niemals in den Kopf geschossen wird um die Trophäe nicht zu beschädigen. Viele Schützen delektieren sich am Leid angeschossener, panischer, sich dahinschleifender Wildtiere. Ein mit versteckter Kamera aufgenommenes Video der Tierschutzgruppe HSUS (Humane Society of the United States) belegt die schlimmsten Vermutungen. Es zeigt, wie von der Ladefläche eines Pick-ups ein schwarzer Leopard aus einem Käfig gescheucht und sogleich von Jagdhunden gehetzt wird. Die Großkatze, der zuvor die Krallen gezogen worden waren, suchte zitternd vor Angst Zuflucht unter dem Auto. Der Jäger, der für dieses Spektakel bezahlt hatte, ging nur wenige Meter vom Wagen entfernt, auf die Knie und knallte den Panther mit seiner Präzisionsflinte zufrieden ab. Nachschub
aus den Zoos
lukrativer, verkauft sie billig an Jagdveranstalter. Auch solche Tiere, die für den Streichelzoo zu alt werden, was ja relativ rasch und häufig der Fall ist, nehmen ein letales Ende. Die HSUS weist darauf hin, daß der Zoo von San Antonio, Texas, ganz offiziell viele seiner Tiere zu diesem Zweck verkauft und sogar zwei Besitzer eines hunting preserves in den Vorstand aufnahm (1994, Betty und Robert Kelso, Besitzer der Auerhahn Ranch). Doch selbst Zoos, die Mitglieder der American Zoo and Aquarium Association sind, welche die canned hunts verurteilt, wirken indirekt am blutigen Geschäft mit, da sie ihre überschüssigen Tiere (surplus animals) an Broker verkaufen, ohne weiter nachzuforschen, wohin die Makler die Wildtiere weitervermitteln. Wie die Tageszeitung San Jose Mercury 1999 in einer Artikelserie berichtete, hat sogar der weltbekannte Zoo von San Diego 33% seiner überschüssigen Tiere an Händler, Auktionen, Jagdranches, anonyme Privatleute oder nicht akkreditierte Tiergärten verkauft, verliehen, getauscht oder gespendet." Freizeitvergnügen
der High Society Nicht anders als auch in Europa, werden geschäftliche Deals in der upper class sehr oft mit der Einladung zu einer Jagd besiegelt. Ein Wirtschaftsboß lädt den anderen ein; Jagdglück inbegriffen; wie könnte es auch anders sein, da das Wildtier aus Käfig oder Gehege nicht entkommen kann. Mittlerweile haben in Staaten wie Texas canned hunts bereits den Golfplatz an Attraktivität für Geschäftsvereinbarungen in freier Natur abgelöst. Von George Bush, sr. wird berichtet, daß er 1988 seine Wahl zum US-Präsidenten auf der Lazy F Ranch bei Beeville, Texas, mit einer canned hunt gefeiert hat. Später dafür kritisiert, meinte er zoologisch höchst aufschlußreich: Das sind keine Tiere, das sind wilde Wachteln. Ergänzend sei gesagt, daß die wilden Wachteln handgefüttert in Bodenvolieren aufgezogen worden waren und erst am Tag der Jagd das erste und auch letzte Mal in Freiheit verbrachten. Wie die Naturschutzorganisation Wildlife Protection Network sagt, wäre auch Bushs Nachfolger Bill Clinton oft Gast in hunting preserves gewesen. Zwei Tage nach Weihnachten 1993 tötete er eine in Gefangenschaft gezüchtete Wildente auf einer Jagdranch in Maryland, die dem Lobbyisten John W. Tiedler, jr. gehört. Tiedler ist der Schatzmeister von DUPAC, einem jagdfreundlichen Aktionskomitee, das über 35.000 Dollars an politische Kandidaten spendete. Der Filz aus Tierausstellern, illegalen Züchtern, Zoos, Maklern, Jagdranches, Trophäenjägern und Lobbyisten reicht hinauf bis zur Hochfinanz und ins Weiße Haus. So abstoßend Jagd an und für sich schon ist, so präsentiert sie sich in ihrer Konservenform bei canned hunts am Widerlichsten überhaupt. Tierverachtung kann wohl kaum mehr besser zur Schau gestellt werden. © Mag. Alexander Willer, www.canis.info
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