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Kanada: Grizzlies im Ausverkauf
Im November 2000 veröffentlichte der Biologe Dinoys de Leeuw einen Report, der aufzeigte, daß die Zahl der Grizzlies in B.C. nicht nur im Abnehmen begriffen ist, sondern daß die Jagdquoten für diese Bärenart auf falschen Zahlen basieren. In Folge unterzeichneten 68 unabhängige Biologen eine Petition, die ein Verbot der Grizzly-Jagd forderte. An die 150 kanadische sowie zahlreiche europäische Reiseveranstalter unterstützten diesen Antrag. Daraufhin erließ im Februar 2001 die NDP-Provinzregierung ein dreijähriges Moratorium, in dem die Jagd auf den Grizzly für diesen Zeitraum ausgesetzt wurde. Der Bann erhielt eine 90-prozentige Zustimmung der Bevölkerung. Doch wenige Monate später, im Juni, gelangte die Liberale Partei von Gordon Campbell an die Macht. Campbell setzte zu dem Thema ein eigenes Experten-Panel ein, das hauptsächlich aus US-Amerikanern bestand, und hob das Moratorium in den meisten Gebieten von British Columbia wieder auf. Die Liberals verfolgen dadurch eine sehr freundliche Politik gegenüber Trophäenjägern, die zu einem Gutteil aus den Vereinigten Staaten, zu annähernd 35% aber auch aus der Europäischen Union (vor allem Deutschland) kommen. Jagdtouristen gelten in Kanada als ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor, der Devisen bringt. Im November 2001 verhängte die EU durch internationale Biologen alarmiert ein Importverbot auf Grizzly-Trophäen, was einen Protest der kanadischen Zentralregierung entfachte. Kanada erkannte den Grizzly zwar offiziell als species of special concern an, als eine Art, der besonderer Bedacht gilt und die eines sorgsamen Managements (careful management attention) bedarf; gleichzeitig verteidigte Ottawa aber die Jagdpolitik der Provinz British Columbia, da dort genügend Grizzlies vorhanden wären. Die Einwände der eigenen Biologen ließ die kanadische Bundesregierung dabei aber völlig außer Acht. Viele Tier- und Umweltschützer sehen in dieser ignoranten Haltung Methode, schließlich verzögern die Liberals auch andere Gesetzesakte zum Schutz bedrohter Arten bzw. die Umsetzung des Kyoto-Papiers zur Verringerung der globalen Erwärmung. Mag. A.Willer, Tierrechtsverein CANIS Frei
nach: Barry Kent MacKay in The
Toronto Sunday Star, 3.3.2002
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