| Jagd
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www.live-shot.com - Tiermord per Mausklick Der Texaner John Lockwood, http://www.live-shot.com , hat einen neuen tierfeindlichen Geschäftszweig eröffnet, der sogar in den jagdverliebten USA Empörung auslöst: Per Mausklick über das World Wide Web Tiere abzuknallen nicht etwa im Spiel, sondern real. Der Automechaniker mit Ranch in der Nähe von San Antonio sieht sich als Dienstleistungsanbieter. Er will es möglich machen, dass SoldatInnen in Übersee (etwa auf Flugzeugträgern stationiert) oder Jagdfreaks, in deren Ländern das Schießen bestimmter Tierarten verboten ist, zum Schuss kommen. Darüber hinaus soll durch sein Internetangebot auch Körperbehinderten das Aufspüren und Töten von Wildtieren ermöglicht werden. Moralische Skrupel hat er keine, im Gegenteil, er meint, vielen Menschen einen guten Dienst zu erweisen. Der monatliche Mitgliedsbeitrag bei Live-Shot macht schlappe 15 US Dollars aus, eine Stunde Jagd kostet das Zehnfache. Mangel an KundInnen gibt es nicht, aus Peru, Hongkong, Frankreich, England und Schottland langen ebenso Zahlungen ein wie aus den USA und Kanada. Der 30-jährige Howard Giles war der erste Mensch, der via Mausklick auf ein Tier geschossen hat. Gut 50 Kilometer entfernt von Lockwoods Ranch saß Giles vorm PC und lauerte bis ein Wildschweineber aus dem Unterholz hervorbrach, dann drückte er ab. Zur Strecke gebracht hat er das Tier nicht, nur schwer verletzt. Den Gnadenschuss verabreichte Lockwood selbst. Am 9. April soll der 38-jährige Dale Hagberg aus Indiana seine Antilope erlegen. Hagberg ist nach einem Tauchunfall vom Kinn abwärts seit 18 Jahren gelähmt. Mit dem Mund wird er einen Joystick bewegen, der wiederum übers Netz einen Gewehrabzug aktiviert. Hagberg war seinem Unfall begeisterter Jäger und möchte seiner Passion nun mithilfe von John Lockwood wieder aufnehmen. Britische
(siehe Artikel von Toby Harnden in The Sunday Telegraph, 20.03.05) und deutsche (Die Welt, 17.03.05) Jagdoffizielle
bekundeten zumindest in der Öffentlichkeit ihre
Ablehnung gegenüber Live-Shot. Die Jagd mit der Maus widerspräche
jeder Form der Sportlichkeit und Waidgerechtigkeit, heißt es.
Selbst aus Texas selbst gab es kritische Stimmen zu Lockwoods Firma.
Einige US-Staaten überlegen ein Verbot der Internetjagd. CANIS hat die Landesjägermeister der österreichischen Bundesländer angeschrieben, um ihre Meinung zur Jagd via Internet zu erfahren. Text:
www.canis.info
, 27.03.05
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