| GENTECHNIK
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Report
der U.S. Akademie der Wissenschaften über Gefahren durch GE-Tiere* Gegenwärtig
bereitet die US-amerikanische Nahrungsmittelbehörde FDA eine Regelwerk
vor, mit dem über die Sicherheit biotechnologisch veränderter Tiere
speziell Rinder entschieden werden soll. Deswegen beauftragte die FDA
den Forschungsrat der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften mit der
Erstellung eines Reports über potentielle Umweltprobleme resultierend aus
der Anwendung solcher Tiere. Als
schlimmste Vorstellung gilt, daß bestimmte gentechnisch veränderte
Fische oder andere Tiere entkommen und ihre modifizierten Gene in der
Wildnis verbreiten. Andererseits gab es bisher keine Beweise, daß z.B.
Produkte geklonter Nutztiere für den menschlichen Verzehr unsicher wären.
Der Report soll aber rein wissenschaftliche Bedenken zu Papier bringen und
nicht potentielle Vorteile der Biotechnologie. John
G. Vandenbergh, Professor für Zoologie an der North Carolina State
University in Raleigh: Wie bei
jeder neuen Technologie, ist es fast unmöglich, Bedenken auszuschließen.
Und in bestimmten Bereichen haben wir berechtigte Sorgen definitiv
ausmachen können. Er fährt fort: Durch
Herausarbeitung dieser Sorgen können wir die Technologie so sicher wie
nur irgendwie möglich anwenden, ohne der Öffentlichkeit ihre möglichen
Vorteile vorzuenthalten. Wie
gesagt, die Hauptsorge gilt gentechnisch veränderten Organismen (GVOs)
wie Insekten oder Fischen, die sehr leicht entkommen und aufgrund ihrer
hohen Mobilität zu einer Bedrohung für die Umwelt werden können. So könnten
transgene Lachse, deren Wachstum genetisch beschleunigt worden war, in der
Fortpflanzung erfolgreicher sein als ihre wildlebenden Gegenstücke
und diese durch Vorteile bei der Partnerfindung bzw. Nahrungsaufnahme
verdrängen. Die
Herstellung transgener Tiere (mit Genen anderer Lebewesen) oder das
Entfernen bzw. Abschalten bestimmter Gene, führt oft dazu, daß die
Tiere größer werden und/oder schneller wachsen. Einige besitzen für den
Menschen erträgliche Eigenschaften wie proteinreicheres und gleichzeitig
fettärmeres Fleisch, Eier mit weniger Cholesterin, Milch mit
pharmazeutischen Inhaltsstoffen bzw. sogar Gewebe oder Organe, die
geeignet zur Transplantation auf den Menschen sind.
Mittels der Klontechnologie gelingt es Wissenschaftern nahezu
idente Kopien erwachsener Tiere mit besonders gewünschten Eigenschaften
herzustellen. Diesbezüglich verlangte die FDA von einem Farmer, der
mehrere hundert Kühe klonen ließ, davon abzusehen, Milch und Fleisch der
Rinder zu verkaufen oder mit ihnen zu züchten; solange bis es gesetzliche
Regelungen dafür gibt. Für
einen unbekannten Prozentsatz an Menschen schätzen die Wissenschafter
eine geringe Möglichkeit ein, daß durch gentechnisch veränderte
Proteine hypersensible oder allergische Reaktionen entstehen können. Das
allergische Potential ist allerdings schwer zu bemessen, da die
Allergie erst nach ihrem Ausbruch untersucht werden kann. Nach Worten des
Wissenschafterkomitees reicht diese Ungewißheit bezüglich neu
entwickelter Proteine allerdings für einen moderaten Grad der
Besorgnis aus. GVOs, die nicht zwecks Verzehrs modifiziert worden sind
(z.B. Kühe mit Arzneistoffen in ihrer Milch) dürfen nicht in die
Nahrungskette gelangen. Nach Angabe der Forscher bestehe aber Grund zur
Annahme, daß die Kontrollen dafür nicht ausreichen, da zumindest in
einem Fall das Fleisch vom Kadaver einer solchen Kuh dazu verwendet worden
war, um ein Nahrungsprodukt herzustellen. Auch
zum Thema Tierschutz sagt der Report einiges: Eines Tages mag es möglich
sein, daß der wissenschaftliche Fortschritt in der Biotechnologie die
Anzahl der zur Produktion herangezogenen Tiere senken wird, aber zur Zeit
gibt es auch gegenläufige Effekte. So z.B. tendieren Kälber und Lämmer,
die durch In-Vitro-Fertilisation oder Klonierung erzeugt worden sind, zu
einem höheren Geburtsgewicht bzw. einer längeren Tragezeit. Das führt
oft zu Komplikationen und macht Kaiserschnitte notwendig. Zusätzlich sind
einige gegenwärtige Methoden extrem
ineffizient, was die Erzeugung lebenfähiger Föten betrifft. Von
jenen transgenen Tieren, die überleben, bilden viele das eingepflanzte
Gen nicht wie gewünscht aus. Die Folgen: anatomische, physische oder
verhaltensmäßige Abnormalien. Weiters gäbe es Grund zur Sorge, daß
Designer-Proteine, die in der Kuhmilch Pharmazeutika produzieren sollen,
ihren Weg zu anderen Körperteilen finden und dort möglicherweise
negative Auswirkungen zeigen. Obwohl das Forscherkomitee nicht den Auftrag hatte, Empfehlungen abzugeben, tat es dies trotzdem; nämlich, daß das gegenwärtige legislative Rahmenwerk in Sachen Biotechnologie manchmal unklar ist. *GE
= genetically engineered (gentechnisch verändert) Text: A.Willer/CANIS Q:
Mail vom 27.8.02: U.S. National Academy of Sciences on risks of GE
animals; hartmut_meyer@gmx.de
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