Gefährdete Arten

Kampagne für die Fledermäuse

Alle in Österreich vorkommenden Fledermausarten sind durch internationale Bestimmungen geschützt. In den neun Bundesländern geschieht dies durch die jeweiligen Naturschutzgesetze, die auch Brutstätten mit einbeziehen. Trotzdem ist die Fledermaus auf lange Sicht vom Aussterben bedroht. Die Gründe dafür liegen einerseits in der Zerstörung des Lebensraumes und andererseits durch die Aufnahme von Giftstoffen, die Unfruchtbarkeit oder Totgeburten zur Folge hat.

  • Klassifizierung

Fledermäuse sind Säugetiere aus der Ordnung der Fleddertiere  (=Chiroptera, d.h. "Handflügler"), die mit fast 1000 Arten gut 25% aller bekannten Säugetierarten ausmachen. Die ältesten fossilen Exemplare stammen aus dem Eozän vor 50 Millionen Jahren. Die Fledermausvorfahren waren Vierbeiner, die im Laufe der Evolution zu fliegen lernten. Heute stellen Fleddertiere die einzigen Säuger dar, die aktiv fliegen können. In Österreich kommen 2 Familien ( Hufeisennasen und Glattnasen ) mit 23 Arten vor. Die Tiere sind von unschätzbarem Wert als Insektenvertilger. Der üble Ruf des blutrünstigen Vampirs eilt ihnen zu Unrecht voraus. Denn von den fast 1000 Arten sind lediglich 3 " Blutsauger " ( in Lateinamerika ).

  • Charakteristika

Der Schweizer Fledermausexperte Jürgen Gebhard  umreißt die Fledermaus folgendermaßen : Sie bringen nackte, flugunfähige Jungen zur Welt und haben wenig Nachkommen pro Wurf; meist ein Junges, seltener Zwillinge. Die Paarung beginnt bei heimischen Fledermäusen im Herbst. Beide Geschlechter verhalten sich promiskuitiv (= Partnerwechsel ). Die Weibchen speichern das Sperma bis ins Frühjahr in der Gebärmutter. Erst nach dem Winterschlaf kommt es zu Eisprung und Befruchtung. In den sogenannten " Wochenstuben " sammeln sich im Frühling die Weibchen, um zu gebären und die Jungen groß zu ziehen. Die Männchen leben oft solitär (= einzeln ). Fledermäuse sind wechselwarm, d.h., sie können ihre Körpertemperatur absenken und so energiesparend ruhen ( Tageslethargie ). Die nahrungslose Winterzeit verbringen sie in einem Schlafzustand. Die Jagd erfolgt mittels eines Echolot-Peilsystems.

 

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