Yellowstone: Erneute Niederlage für Natur- und Bisonschutz

 

Das von den Republikanern dominierte US-Repräsentantenhaus hat dem Naturschutz erneut eine Niederlage zugefügt. Eine Gesetzesänderung, die das Verbot von Schneemobilen im Yellowstone sowie Grand Teton National Park vorgesehen hätte, wurde mit einer Stimmengleichheit von 210 zu 210 zurückgewiesen (Nach den Regeln des Repräsentantenhauses muß zur Annahme eines  Amendments* eine Stimmenmehrheit vorliegen). Der Vorschlag, künftig keine Bundesgelder mehr zur Tötung von Bisons zu verwenden, wurde mit 220 zu 199 niedergestimmt.

Beide Anträge waren von Demokraten der östlichen US-Bundesstaaten eingebracht worden. Der Widerstand kam traditionell von den westlichen Republikanern, deren Stammwählerschaft nicht zuletzt aus Ranchern und Jagdbefürwortern besteht. Da die Republikaner in den zuständigen Fachausschüssen Naturschutzbelange konsequent verhindern, griffen die Demokraten zu einer Finte und hängten sowohl den Antrag für ein Schneemobilverbot als auch den zur Streichung der Tötungsgelder für Bisons an die Bill HR 2691, ein Finanzgesetz, zur Diskussion an. Im politischen Fachjargon heißt diese Taktik "Rider", da der ressortfremde Antrag gewissermaßen als blinder Passagier mitreitet. 

Gegner und Befürworter der Gesetzesamendments stellten die vorgetragenen Fakten der anderen Seite in Frage. Die republikanischen Abgeordneten betonten, daß die neuen Viertakter-Schneemobile signifikant umweltfreundlicher als die alten Zweitakter wären, während die Demokraten festhielten, daß auch die neueren Schneemobile "laut und verschmutzend" sind und ihre Verwendung "auslaufen" muß (Zitate aus www.montanaforum.com, 18. Juli) Beim Bisonthema prallten die Meinungen ebenso aufeinander. Die Republikaner finden den Abschuss von Bisons, die den Yellowstone verlassen, notwendig, da die Wildrinder als Überträger der Seuche Brucellosis gelten, die bei Hausrindern zu Totgeburten führt. Die meisten Demokraten halten dagegen, daß die Übertragung der Seuche zwischen den beiden Arten gar nicht belegt ist – und nur in der Theorie existiert. Außerdem würden die Rancher unlogisch handeln, da etwa Hirsche, die ebenfalls Brucellosis übertragen können, nicht abgeschossen würden. 

Im Zuge des politischen Disputes gelang es den Republikanern auch, einen Antrag auf Verbot der Bärenjagd mittels Köders auf Land des Bundes mit 255 zu 163 abzuschmettern. Genehmigt wurden hingegen US$ 500.000 für Wolf-Monitoringprogramme.

* Amendment = Gesetzesanhang

Lese-Tipp: Yellowstone: Bisonzahl steigt trotz Brucellosis-Hysterie

Text: TRV CANIS, www.canis.info , 31. Juli 2003  

 

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