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England/Chile:
Nachhaltiger Baumschutz durch Kartographierung
Mehr
als 8.000 Baumarten, das sind über 10 Prozent aller Baumspezies
weltweit, sind vom Aussterben bedroht. Und nach dem vom britischen
DEFRA (Department for Environment, Food and Rural Affairs)
gesponserten Report Towards a Global Tree Conservation Atlas 1
verschlechterte sich die Lage in den vergangenen fünf Jahren
noch zusehends. Der Report wurde in der ersten Augustwoche 2003 veröffentlicht.
Global
Trees Campaign
Die
Populationen von 976 Baumarten befinden sich in einem kritischen
Zustand und nur bei sehr wenigen Arten werden Schutzmaßnahmen
gesetzt. Besonders streicht der Report die missliche Lage von fünf
sogenannten Flagschiff-Spezies hervor, welche durch die Global
Trees Campaign erhalten werden sollen. Diese fünf Arten sind:
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Araucaria
araucana (monkey puzzle tree), der Nationalbaum Chiles |
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Swietenia
macrophylla (brasilianischer Mahagoni) |
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Cinnamomum
cebuense (Cebuzimt) |
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Baillonella
toxisperma (Moabi) |
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Caesalpina echinata
(Pau Brazil), der Nationalbaum Brasiliens |
Die
Global Trees Campaign wurde von Fauna & Flora International in
Zusammenarbeit mit dem UNO-Umweltprogramm UNEP-WCMC ins Leben
gerufen und hat die Zielsetzung, die weltweit gefährdetsten
Baumarten samt ihrem Habitat durch Aufklärung, aktive Schutzmaßnahmen
bzw. nachhaltige Nutzung (wise use) zu bewahren. Zuerst
werden Flagschiff-Spezies bestimmt; Arten, die zur Bewahrung
spezifischer Ökosysteme am Wichtigsten sind. Danach wird die
ortsansässige Bevölkerung animiert und unterwiesen, anhaltende
Schutzmaßnahmen zu setzen. Von Fall zu Fall kommt es zu
Kooperationen mit Partnerorganisationen ein. Ein wichtiges
wissenschaftliches Ziel ist u.a. die Kartographierung der Baumarten,
was letztendlich in der Erstellung eines Weltatlas der Gefährdeten
Bäume gipfeln soll. Zentrum des UNEP-WCMC ist Cambridge,
England.
Chiles
Wälder in Gefahr
Vor
18 Monaten zerstörte ein Waldbrand 30.000 Hektar oder 71% des
Bestandes an Araukarien bzw. 61% des Nothofagus (Buchenart) im
Malleco National Reserve, Chile. Einige der Baumriesen waren über
2.000 Jahre alt. Doch das ist nur der Gipfel der Zerstörung.
UNEP-WCMC-Forscher Cristian Echeverra verfolgt das Dahinschwinden
der Araukarien mittels Satellitenbilder der vergangenen 25 Jahre.
Demnach ging in diesem Zeitraum 64% des chilenischen Urwaldes
verloren. 1550 als die ersten Europäer Chile betraten war
der Groteil des Landes noch ein zusammenhängendes Waldgebiet. Laut
Echeverra kommen Araukarien nach Jahren der Zerstörung nur mehr in
zwei kleinen Gebieten in den Anden bzw. in der Küstenbergregion
vor. Obwohl die Araukarie 1990 in Chile unter Schutz gestellt und
ihre Schlägerung verboten worden war, steht die Regierung unter ständigem
Druck, die Abholzung aufgrund des hohen Marktwertes von
Araukarienholz wieder zu erlauben. Sind die Urwälder einmal
abgeholzt, entstehen darauf artenarme Monokulturen von
Eukalyptus-Plantagen oder Monterrey-Pinien. Schon jetzt ist das Verhältnis
von Pinien zu Araukarien 2 Mio. Hektar zu 250.00 Hektar.
Ökotourismus
Schlüssel zum Erfolg
Cristian
Echeverra will sowohl den Großgrundbesitzern als auch den
Landbewohnern klarmachen, daß im Ökotourismus der Schlüssel zum
Erfolg für alle Beteiligten liegt. Chile reicht von der Wüste
im Norden über jede klimatische Zone bis zur Antarktis im Süden
und verfüge über eine gute Verkehrsinfrastruktur. Das
könnte viele Reisende anlocken, die etwa die seltene Schönheit
der Anden 2 genießen wollen. Nicht-nachhaltige
Abholzung zerstöre hingegen die Landschaft und damit auch den
Fremdenverkehr. Die Weltbank stimmt ihm zu und erklärte
beispielsweise die Region um Valdivia als Gebiet mit außerordentlicher
Artenvielfalt kurioser Weise steht die Region unter keinerlei
Naturschutz. Das DEFRA fördert gegenwärtig ein Projekt zur
Wiederaufforstung des durch das Feuer zerstörten Villas de Araucana,
das vor allem dem indigenen Volk der Pehuenche zugute kommt.
Allerdings wird es 200 Jahre dauern, ehe die Araukarien erwachsene Bäume
sind und Samen produzieren. Der Araukarienwald der Anden bietet
einer Reihe von seltenen Pflanzen (z.B. Berberidopsis corilinla)
und Tieren (Pudu, eine kleine Hirschart) Lebensraum. Mark Collins,
Dirktor des UNEP-WCMC: Wir benötigen räumliche Daten, die
uns helfen, die wichtigsten Gebiete für einen Baumschutz zu
identifizieren. So kann sichergestellt werden, daß diese Öko-Regionen
effektiv genützt und im ausreichenden Maß geschützt werden.
Aus diesem Grunde ist das Vorantreiben eines Weltatlas der Gefährdeten
Bäume so wichtig. Chile kann dabei eine Vorreiterrolle
spielen.
Text:
www.canis.info
, 15.08.03
1:
http://www.unep-wcmc.org/resources/publica...tions/treeatlas
2:
http://story.news.yahoo.com/news?tmpl=stor...649781060087189
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