Stockholmer UN-Konferenz[1]: Weltweiter Bann für langlebige Umweltgifte

 

 

Stockholm, 23.Mai 2001: Vertreter von 118 Staaten fanden sich zusammen, um den Einsatz von zwölf langlebigen Umweltgiften (POPs)[2] drastischen Einschränkungen zu unterwerfen. 

Ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag wurde unterzeichnet, der als dann in Kraft tritt, wenn er von mindestens 50 Signatarstaaten ratifiziert und damit in nationales Recht umgewandelt wird. 

Damit ist zwar nicht vor 2003 zu rechnen, dennoch stellt die in Stockholm verabschiedete Konvention einen Meilenstein in Sachen Umweltschutz dar.

 

Jede künftige Anwendung von POPs muß

zeitlich begrenzt sein

vom betreffenden Staat beantragt werden

einem detaillierten Berichtswesen unterworfen sein

Neu auf den Markt kommende Chemikalien dürfen keine POP-Eigenschaften mehr aufweisen und unterliegen daher einem entsprechenden Registrierungsverfahren.

Zu den 12 persistenten organischen Schadstoffen rechnet man:

 1.

Aldrin
 2. Chlordan
 3. DDT
 4. Dieldrin
 5. Endrin
 6. Heptachlor
 7. Hexachlorobenzol
 8. Mirex
 9. Toxaphene
10. polychlorierte Biphenyle (PCBs)
11. Dioxine
12. Furane

Bei zehn Chemikalien, die hauptsächlich zur Schädlingsbekämpfung zum Einsatz kommen, gelten künftig umfangreiche Einschränkungen bei Produktion und Verwendung. Das potentielle Umweltrisiko muß dabei gar nicht lückenlos nachgewiesen werden; es genügt schon, daß umweltschädliche Anzeichen bestehen, um Beschränkungsmaßnahmen zu ergreifen. Ausnahmen werden nur in wenigen Fällen toleriert, so zum Beispiel bei DDT zur Malariabekämpfung.

Dioxine und Furane, die vor allem bei Fabriken oder Müllverbrennungsanlagen entstehen, müssen laut Vorgabe der Konvention durch den jeweils neuesten Stand der Technik behandelt werden.

POPs sind im Verhalten sehr flüchtig, was dazu führt, daß die Gifte durch Wind oder Wasser selbst bis in entlegene hochalpine oder polare Gebiete getragen werden. POPs reichern sich in biologischen Organismen an und sind kaum abbaubar. Sie können zu schweren Krankheiten, Krebs oder genetischen Missbildungen führen und stellen eine große Bedrohung für das globale Ökosystem dar.


[1] UN conference on toxic chemicals im Rahmen des UNEP (United Nations Environmental Programme)

[2] POP = persistent organic pollutants  

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