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Phytoremediation Menschen neigen andere Lebensformen nur nach ihrem Nutzwert zu bewerten und zu benennen. Was für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht instrumentalisierbar erscheint, erhält speziesistisch-abwertende Namen. Ein gutes Beispiel dafür liefert das Unwort Unkraut. Im gemeinen Sprachgebrauch steht diese Titulierung für alle Pflanzen, die weder gegessen, zu Stoffen oder Arzneien verarbeitet oder als sterbende Ziergegenstände in Vasen gesteckt werden können. Unkraut entfaltet meist keinen Duft, es wächst in Einöden (ein weiteres Unwort) und entzieht Nutz- und Zierpflanzen nur die Nährstoffe aus dem Boden wie das Licht der Sonne. Conclusio: Der Mensch reißt Unkraut aus, verbrennt es, begießt es mit Säuren, besprüht es mit Giften oder im nachhaltigsten Fall verfüttert es an Tiere. Mit Unkraut gegen Giftstoffe Was aber, wenn plötzlich entdeckt wird, daß Unkraut doch einen Nutzen hat? Dann wird es im Nu Gegenstand der Forschung, erhält einen Wert zugewiesen, wird schlicht und einfach interessant. Das beste Beispiel dafür liefert der Forschungszweig, der sich mit Phytoremediation beschäftigt. Darunter wird nichts Anderes verstanden als die Fähigkeit einiger bisher für wertlos gehaltener Pflanzen, Giftstoffe aus dem Erdreich zu filtern, abzubauen und/oder zu verarbeiten. Bodensanierung ohne aufwendigen Einsatz; ohne künstlicher Chemikalien, deren Einsatz selbst wieder zu Belastungen führen würde.
Die Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana)
US-Gentechniker haben das Genom der Pflanze zusätzlich mit Bakterien-Genen modifiziert, um diese gewünschte phytoremediative Wirkung noch zu verstärken. Doch dem Ackerkraut scheinen auch andere Giftstoffe nicht gewachsen zu sein. Arabidopsis thaliana soll durch Ausscheidungen über die Wurzeln in der Lage sein, Schwermetalle in wasserlösliche ungefährliche Verbindungen umzuwandeln, wie Stern (46/2002; 271) kolportierte. Quecksilber könnte so aus dem Erdboden gesaugt und transmutiert über Blätter ausgeatmet werden; das Gleiche gilt für das Halbmetall Selen, für Pestizide und toxische Lösungsmittel.
Der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz (Amaranthus retroflexus)
Die US-Regierung könnte 300 Mrd. Dollar für die Dekontaminierung von Nuklearversuchsgeländen einsparen.
Das Gebirgs-Täschelkraut (Thlaspi caerulescens) Die Pflanze schluckt förmlich Nickel und Zink aus dem Erdboden. Rufus Chaney, vom Agricultural Research Service, Maryland, fand in der Asche von Täschelkraut Zinkanteile von 30 bis 40 Prozent. Diese hohe Konzentration von Verbrennungsrückständen könnte zur Verhüttung in Schmelzöfen verwendet werden. Diese Auflistung ließe sich fortsetzen und beweist vor allem eines. Nicht alles, was der Mensch als wertlos einschätzt, ist es auch. Am Beispiel Unkraut wird klar, daß auch pflanzlichen Lebewesen ein Eigenwert beizumessen ist. Sie erfüllen ihren Teil des Ganzen im Ökosystem, ob es der Homo sapiens erkennt oder nicht. Text: TRV CANIS, www.canis.info, Juni 2003 www.canis.info/oekologie/phytoremediation.htm
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