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FREIHEIT
FÜR LEONARD PELTIER!
Jetzt ist es an der Zeit, erneut für seine Begnadigung zu
plädieren. Wenn auch die Wahl des neuen US-Präsidenten George W. Bush
wenig Anlaß zur Hoffnung gibt, sollte im Sinne der Solidarität mit den
in tiefster Armut, Tristesse und Benachteiligung lebenden Native
Americans nichts unversucht bleiben.
Leonard Peltier ist ihre
Symbolfigur für Selbstbestimmung und einen neuen Umgang mit Natur und
Mitgeschöpfen.
Zur
Vorgeschichte 1890
richtet die US-Kavallerie in Wounded Knee ein Gemetzel an Indianern an.
Mehr als 300 Lakota - großteils Alte, Frauen und Kinder - werden
massakriert. Damit war der Kampfgeist der Native Americans für
Jahrzehnte unterdrückt. Ein Dahinvegetieren in Reservationen begann.
1973 gewinnt das Dorf in South Dakota erneut an Bedeutung. Die
US-Regierung und private Firmen planen, im Reservat nach Bodenschätzen
zu schürfen. Die Lakota wollen ihre heiligen Stätten vor Raubbau schützen
und leisten von Februar bis März Widerstand. Nur 300 Indianer der
Traditionalistenbewegung American Indian Movement (AIM) stehen
Hubschraubern und Granatwerfern der US-Armee gegenüber. Vorerst kommt
es zu keiner Gewalteskalation und die Entscheidung über die Schürfrechte
wird vertagt. Doch unter der Hand nimmt der Terror auf die Bewohner des
Pine Ridge-Reservates zu. Unterstützt von der Bundespolizei FBI, dem
staatlichen Indianerbüro BIA und vom korrupten Stammesrat schüchtert
der "Apple" (außen rot, innen weiß) Dick Wilson mit seiner
Schlägertruppe GOON die Bewohner von Pine Ridge ein. Über 60
Traditionalisten werden ermordet. In keinem der Fälle gab es eine
polizeiliche Untersuchung, die diesem Namen gerecht worden wäre. Sogar
in Fällen, in denen weiße Täter bekannt waren, kam es zu keiner
Anklage. Peltier und andere AIM-Aktivisten stehen den unterdrückten
Bewohnern oft als einzige Hilfe zur Seite. Die
Schießerei auf Pine Ridge Am
26.Juni 1975 verhandelt der berüchtigte Stammesratsvorsitzende Dick
Wilson - ohne rechtliche Grundlage - in Washington, D.C. über den
Verkauf eines Achtels der Reservation an die USA. Gleichzeitig tauchen
die beiden FBI-Agenten Jack Coler und Ron Williams im Pine
Ridge-Reservat auf, angeblich um einen Jungen zu suchen, der ein paar
Stiefel gestohlen hatte. Die Einschüchterungswelle hatte ihren Kamm
erreicht. Als die FBI-Männer einen Wagen mit AIM-Aktivisten aufspürten,
eröffneten sie das Feuer, das erwidert wird. 30 AIM-Männer greifen in
das Gefecht ein - und auch das FBI wurde überraschend schnell verstärkt.
Alles sah nach inszenierter Provokation aus. Am Ende der Schießerei
waren ein Indianer sowie die besagten Agenten Coler und Williams tot.
Das FBI suchte dringend Schuldige und veröffentlichte eine willkürlich
zusammengestellte Fahndungsliste mit fünf Verdächtigen. Vier der
Suspects mußten 1976 wieder freigelassen werden. In der Urteilsbegründung
fanden sich überraschende Formulierungen wie "Fehlverhalten des
FBI" und Selbstverteidigung der Indianer". Die
Prozeßfarce Übrig
blieb Leonard Peltier, der nach Kanada geflohen war. Er sollte als Sündenbock
herhalten. Mittels gefälschter Unterlagen erreichten die USA Peltiers
Auslieferung. Eine Indianerin wurde während des Verfahrens mit
Morddrohungen eingeschüchtert, um Peltier zu belasten. Entlastende
Zeugenaussagen wurden dagegen nicht zugelassen. Sein Prozeß im
rassistisch gesinnten Fargo, North Dakota, statuierte ein Exempel, um
den Widerstandsgeist der Indianer erneut zu brechen. Am 18.April 1977
wird Peltier zu zweimal lebenslänglich verurteilt und ins
Hochsicherheitsgefängnis von Marion, Illinois, eingeliefert. Dort
ordnet ein FBI-Agent dem ebenfalls einsitzenden Indianer Robert H.
Wilson an, Peltier zu einem Fluchtversuch zu überreden, bei dem er
"neutralisiert" werden sollte. Doch Wilson ist fasziniert von
Peltiers Persönlichkeit, weigert sich, den Auftrag auszuführen, ändert
seinen "weißen" Namen in "Standing Deer" und setzt
sich ab nun für die Rechte der inhaftierten Indianer ein. Peltier wird
weiterverlegt, bis er in Fort Leavenworth, Kansas, landet, wo er bis
2041(!) abzusitzen hat. Schwebender
Rechtsstreit Mittlerweile
kam auch der Ballistikbericht des FBI-Experten Evan Hodge ans Licht der
Öffentlichkeit, der besagt daß: "kein Zusammenhang zwischen der
angeblich von Peltier benützten Waffe und den am Tatort gefundenen
Patronenhülsen besteht." Seit 1985 geben FBI- und Polizeivertreter
zu, daß sie definitiv nicht wissen, wer die beiden Kollegen erschossen
hatte. Selbst der ehemalige
US-Justizminister Ramsey Clark sowie der Richter Gerald Heany treten für
Peltiers Freilassung ein. Heany geht sogar soweit, von einem längst überfälligen
"Wiedergutmachungsverfahren" zu sprechen. Weitere prominente
Unterstützer sind Nelson Mandela, Jesse Jackson, Robert Redford, Whoopi
Goldberg, Oliver Stone oder Peter Gabriel. Peltiers
Botschaft Leonard
Peltier fühlt sich nicht als Bürger der USA: "Unser
geheiligtes Land ist besetzt, daher sind wir alle Gefangene".
Trotzdem predigt er keinen Haß gegenüber den weißen Usurpatoren.
"Wir gehören alle zur
Familie der Menschheit. Mitakuye Oyasin - Wir sind alle verwandt. Wir
teilen die Verantwortung für unsere Mutter, die Erde, und für all
jene, die auf ihr atmen und leben." Leonrad Peltier sieht die
Grundlage des zwischenmenschlichen Umganges sowie in dem zur Natur im
Respekt begründet. Respekt vor der Vielfalt. Er wurde zum Symbol gegen
die Ausbeutung des Bodens, der Zerstörung der Mitwelt, der Wahrung der
Menschenrechte.* Was
ist zu tun? Jeder
US-Präsident hat das Recht durch einen Act of Executive Clemency,
Verurteilte zu begnadigen. Daher ist es gerade jetzt opportun auf George
W. Bush, der ohnehin um die zukünftigen Stimmen der Minderheiten buhlt,
Druck auszuüben. Schreibt
alle an: The White House, 1600 Pennsylvania Ave., Washington, D.C. 20500, USA. Unterstützungserklärungen,
Briefe, Spenden etc. an: Leonard
Peltier Defense Committee, P.O.Box 583, Lawrence, KS 66044, USA. Act
now!!! Mitakuye Oyasin!
*Literatur:
Leonard Peltier, Mein Leben und mein Sonnentanz -
Gefängnisaufzeichnungen,
erschienen im Verlag Zweitausendeins , ISBN: 3-86150-324-7 |
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