Zehn neue Nationalparks in Kanada geplant



Am 18. Februar 2003 legte der Finanzminister John Manley den diesjährigen Bundeshaushalt vor. Kanada erzielte als einziger G-7-Staat
* einen Budgetüberschuß für das Jahr 2002 und wird dies aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr schaffen. Dank der positiven wirtschaftlichen Situation können Steuern gesenkt und die Ausgaben für andere Schwerpunkte erhöht werden. Einen dieser Bereiche stellt der Umwelt,- und Klimaschutz dar, der mit drei Milliarden Dollar gefördert werden soll.

 

In Planung sind weitere 10 Nationalparks und fünf neue Gewässerschutzgebiete, wodurch eine zusätzliche Fläche von 100.000 Quadratkilometer unter Schutz gestellt werden soll. Laut Haushaltsplan stehen 74 Millionen Dollar für die Sicherung des ökologischen Gleichgewichts zur Verfügung. Die in Zusammenarbeit mit Biologen, Native Peoples, Inuit und Metis** ausgewählten Regionen erstrecken sich von der Provinz Ontario bis in die hohe Arktis, von den Felsenküsten am Atlantik bis in die Regenwälder am Pazifik. Hauptauswahltkriterien waren unter 

 

anderem: besondere Landschaftsformen, Klima, Pflanzen,- und 

Banff National Park

Tierarten, die durch einen langfristigen Entwicklungsplan, durch mindestens einen Nationalpark geschützt werden sollen. Die berühmtesten Parks, zu denen beispielsweise. Banff, Jasper, Point Pelee, Pacific Rim und Glacier gehören, decken bereits 25 verschiedene Biotopsysteme ab.

 

Der Ukkusiksalik Park im Arktisterritorium Nunavut, bietet nach bereits abgeschlossener Planung Heimat für Moschusochsen, Eisbären, Falken und Karibus. Fünf weitere Parks sollen in Nunavut, Labrador, in den Nordwest-Territorien sowie Manitoba folgen, um boreale*** Wälder, Tundra, Küstenfjorde, Seenplatten und Permafrostregionen unter Schutz zu stellen. Die bisher bestehenden

Gewässerschutzgebiete am Huronsee und am Sankt-Lorenz-Strom, 

Glacier National Park

die derzeit 1.250 Quadratkilometer umfassen, werden um fünf weitere Gebiete des Arktischen Ozeans, des Pazifiks, des Atlantiks und der Großen Seen ergänzt, sodaß eine 15.000 Quadratkilometer große Schutzzone hinzu kommt. Die kanadische Regierung will keineswegs "nur" in neue Parks investieren, sondern auch maßgeblich in den Schutz der bereits vorhandenen.

 

Grundsätzlich bedeutet die Ausweisung als Nationalpark eine strikte Untersagung der Jagd, des Baus von Freizeitanlagen oder Hotels, der Öl- und Gasförderung, des Bergbaus bzw. der Schaffung von Skipisten. 

Eine sanfte Nutzung in Form von Wanderungen, Kanufahrten oder dem Campen soll hingegen erlaubt bleiben.

Nunavut / Ukkusiksalik Park

 

*G-7: Bezeichnung der "7 großen" Industrienationen: USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und eben Kanada.

**Metis: Frankophone Bezeichnung der Mischbevölkerung aus Canadian Natives und Weißen.

*** boreal: Leitet sich von Boreas, der griechischen Göttin des Nordwindes ab und steht im allgemeinen modernen Gebrauch für "nördlich". Die borealen Wälder Kanadas sind mit der Taiga Russlands gleichzusetzen.

Jasper National Park

© Marion Schönborn

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