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Kanada: 10 Shilling für Toronto Mississauga verlangen Kompensation Dort, wo unserer Tage die größte Stadt Kanadas, nämlich Toronto, liegt, erstreckte sich vor 200 Jahren das Land der Mississauga. Das Indianervolk verkaufte mehr oder minder freiwillig den Landstrich an Großbritannien nach Ansicht der Briten um 10 Shilling (in heutiger Währung nur etwas mehr als 30 Euro). Jetzt fechten dies Mississauga diesen Spottpreis an und verlangen Kompensationen. Für Bryan LaForme, früher Sergeant der U.S. Army, nun Chief der Mississauga, beruhen die 10 Shilling auf eine Schlamperei der britischen Krone. Die europäische Kolonialmacht erwarb das Land von/um Toronto in zwei Schritten, nämlich 1787 und 1805. Während man über den ersten Deal in den Aufzeichnungen seiner Majestät keinen Kaufpreis findet, werden im zweiten (mit Bezugnahme auf den ersten) die 10 Shilling angegeben, laut LaForme ein schwerwiegender Fehler. Besagte 10 Shilling seien lediglich eine Prämie für die Mississauga gewesen, um die nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1776 aus den USA geflohenen britischen Siedler vor den Amerikanern und ihren indianischen Verbündeten zu schützen. Der tatsächliche Preis für das abgetretene Land wäre weit höher gelegen. Bereits 1986 hatte das Volk der Mississauga gerichtlichen Einspruch erhoben, welcher von der kanadischen Regierung damals allerdings zurückgewiesen worden war. Zwölf Jahre später wurde die Causa der Indian Claims Commission, einer unabhängigen Agentur, übergeben, deren Aufgabe es ist, zurückgelegte Fälle neu zu untersuchen. Und den Forderungen wurde stattgegeben. David Walker, ehemaliger Abgeordneter, der das Verhandlungsteam der kanadischen Regierung anführt, gibt offen zu, daß die britische Krone 1787 einen großen Fehler begangen hatte, da die Modalitäten des Deals nicht aufgeschrieben worden waren. Ein offizielles Statement der Regierung brachte zum Ausdruck, daß eine Lösung der Angelegenheit einen langanstehenden historischen Missstand lösen würde. Über die Summe der Kompensation schweigen vorerst sowohl die Behörden als auch die Mississauga. Fest steht laut LaForme, daß das Geld in einen Treuhandfonds kommen soll, und durch Abstimmung des gesamten Stammes geklärt werde, wofür die Dollars Verwendung finden. Ökonomische Entwicklung steht dabei für die 1.500 Mississauga, die in einer Reservation etwa 60 Meilen von Toronto entfernt wohnen, im Mittelpunkt. Das Geld werde für künftige Generationen da sein, gibt LaForme an. Schon vor einigen Jahren erhielten die Natives für 200 Acker Land 9 Mio. Dollars zugestanden. Die Mississauga bestehen aber darauf, daß dieser Fall mit dem jetzigen nicht vergleichbar sei, da es sich bei den 200 Acker um von den Weißen gestohlenes Territorium gehandelt hatte, während Toronto per Vertrag abgetreten worden war. In einem vergleichbaren Fall in den USA offerierten die Zentralregierung sowie der Staat New York dem Volk der Oneida im vergangenen Jahr 500 Mio. US$ Kompensation für ein Gebiet von 391 Quadratmeilen im und rund Madison County. Die Verhandlungen sind aber ins Stocken geraten. Bei der Causa der Mississauga werden Experten als Nächstes nach England fliegen, um die Archive nach Informationen über den Landabtritt von 1787 zu durchforsten.
Text: TRV CANIS, www.canis.info, 4.Juli 2003 Im Net: Artikel in der "Free Press Detroit": www.freep.com/news/nw/tor1_20030701.htm bzw. in der "Las Vegas Sun": www.lasvegassun.com/sunbin/stories/w-na/2003/jun/29/062904075.html Über die Verträge der Mississauga: www.aboriginalconnections.com/links/First_Nations/Treaties/more2.html sowie http://collections.ic.gc.ca/aboriginaldocs/treaty/pdf/t-mississauga.PDF
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