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Agrarabwässer des Mississippi Der
Mississippi ist der längste Strom Nordamerikas und das Herz der USA.
Rund um diesen Flußgiganten liegen die bedeutendsten
Landwirtschaftszonen des Landes. So etwa der Brotkorb Amerikas,
das Illinois Basin im nördlichen Mittelwesten. 52% der US-Farmen sind
im Mississippi River Basin angesiedelt. Diese riesigen Agraranlagen
werden natürlich mit Unmengen von Düngungsstoffen bewirtschaftet,
die einerseits das Grundwasser schädigen, andererseits im Frühjahr
nach Schneeschmelze und Einsetzen der Regen - durch den
Mississippi stromabwärts in den nördlichen Golf von Mexiko gelangen,
wo sie verheerende Wirkung zeigen. Erst im August oder September, wenn
tropische Stürme oder Hurrikans einsetzen, löst sich der Giftteppich
wieder auf. Eutrophikation und Hypoxische Zone
in tiefere Gewässer, wo sie von Bakterien gefressen
werden, die dafür sehr viel Sauerstoff benötigen, der den anderen
Meereslebewesen dann fehlt. Sinkt der O2-Anteil auf unter
2mg/Liter H2O, spricht man von Hypoxie.
In einer hyoxischen
Zone sterben fast alle bodenbewohnenden Lebewesen wie Krabben,
Shrimps, Seesterne, Seeschnecken oder Muscheln. In besonders argen Fällen
ist der Meeresgrund von Schichten stinkiger schwefeloxidierender
Bakterien schwarz bedeckt. Folgen der Hypoxischen Zone
Wegen
dieser Auswirkungen wird das betroffene Wassergebiet Gulf of Mexico
Dead Zone bezeichnet. Beobachtet wurde der Todesteppich erstmals in
den frühen 1970ern. 1999 erreichte mit über 20.000 Quadratkilometern
seine bisher größte Ausdehnung. Trat er früher alle zwei bis drei
Jahre auf, entsteht er mittlerweile jährlich. Lösungsvorschläge Hypoxische Zonen entstehen überall dort, wo das Meereswasser durch Stickstoff stark verunreinigt wird, wie in der New Yorker Bucht, an der Chesapeake Bay, im Baltikum oder in Gebieten der Adria. Selbst das Great Barrier Reef im Norden von Australien ist durch Düngungsausflüsse der Zuckerrohrplantagen von Queensland bedroht. Auch das Schwarze Meer war über Jahre betroffen, erholt sich aber seit dem Zusammenbruch der Sowjet-Agrarindustrie. Der Kattegat vor Dänemark erlebte durch ähnliche Phänomene ein Massensterben an Fischen, worauf die dänische Regierung zur Tat schritt. Einerseits revitalisierte man Naßland, das als natürlicher Stickstoffspeicher dient, andererseits zahlte man Prämien an die Bauern, die den Einsatz von Düngern reduzierten. Auch Otto Doering, Professor für Agrarökonomie an der University of Purdue, plädiert für das Anlegen von Naßländern entlang der Mississippi-Wasserscheide sowie für einen Verzicht der Felderdüngung im Herbst. Das würde nach seinen Berechnungen den Stickstoffausfluß um 20% eindämmen. Nancy N.Rabalais vom Louisiana Universities Marine Consortium setzt die Reduktionszahl höher ein: 40%-50% muß verringert werden, um auf das Level vor 1950 zu kommen, wo die Wasserqualität noch stimmte. Kurz vor Ende seiner Amtszeit legte Präsident Clinton einen Plan vor, nachdem die Dead Zone auf 5.000 Quadratkilometer verkleinert werden würde. Der US-Kongreß wird in bälde darüber entscheiden. |
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