Das Ende der Schlittenhunde

 

In Nordostgrönland verringert sich unaufhaltsam die Eisdecke der Fjorde, somit sehen sich die Bewohner von Qaasaaq im Kreis Thule gezwungen, immer mehr Schlittenhunde abzuschaffen. Die verhältnismäßig teure Haltung der Hunde lohnt sich nicht mehr, da die meisten Jagdgründe nur noch mit dem Boot zu erreichen sind. So stirbt nach und nach ein großes Stück Kultur im Zeichen der globalen Erwärmung.

Während der Rest der Welt noch immer vom Klimawandel spricht, kämpfen die Arktis-Anrainerstaaten bereits mit den katastrophalen Folgen. Eine Untersuchung des "Arktischen Rates", an dem 300 Wissenschaftler gearbeitet haben, dokumentiert die Tragweite des Geschehens. Somit erwärmt sich die Arktisregion weitaus schneller, als der Rest der Welt. Bereits 990.000 Quadratkilometer Eis, das entspricht einer Fläche von Frankreich und Spanien, sind bereits in den letzten 30 Jahren verschwunden.

Neben dem Anstieg des Meeresspiegel und der negativen Auswirkung auf die Flora, wobei sich die Baumgrenze immer weiter gen Norden verschiebt, leidet vor allen Dingen die Fauna. Rentiere und Wölfe teilen sich ein immer kleiner werdendes Habitat, die Eisdecke im Hudson Bay schmilzt schneller und somit bleibt den Eisbären kaum Zeit ihren Nachwuchs zu versorgen. Forscher gehen davon aus, daß in ca. 100 Jahren die Eisbären ausgestorben sind.

Auf der anderen Seite drängen sich Tiere aus dem Süden in nördliche Gebiete. Der Rotfuchs fühlt sich bereits in Nordskandinavien heimisch, wo er dem Polarfuchs den Lebensraum streitig macht.

In Grönland schrumpfte das Festlandeis in 25 Jahren um 16 Prozent, viele Straßen und Gebäude werden zerstört, weil sie für und im Permafrost gebaut waren. Laut "Arktischem Rat" ist der Meeresspiegel in den vergangenen 20 Jahren bereits um acht Zentimeter gestiegen. Würden die Temperaturen weiterhin anziehen, könnte das gesamte Grönlandeis verschwinden und der Meeresspiegel um weitere sieben Meter ansteigen. Damit würden ganze Staaten versinken.

Kohlendioxid und Methan sind die Hauptursache für die globale Erwärmung und falls in diesem Punkt nicht die Notbremse gezogen wird, dürfte der schnellste Seeweg zwischen Europa und Japan 2100 bereits für 6 Monate eisfrei sein.

 

Marion Schönborn, 10.11.2004

 

 

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