Gipfel von Marrakesch: Klimapakt erreicht

Vom 29.Oktober bis zum 9.November 2001 tagten in der marokkanischen Metropole Marrakesch die Delegierten von 165 Staaten, um eine Übereinkunft zur Umsetzung des „Kyoto-Protokolls“ von 1997 zu erzielen. Dieses Protokoll verpflichtet annähernd 40 industrialisierte Staaten, ihre Emissionen an Kohlendioxid sowie anderen Treibhausgasen bis zum Jahr 2012 im Durchschnitt um 5,2% zu senken (im Vergleich zum Level von 1990).

Nachdem die Vereinigten Staaten unter der Bush-Regierung sich im März 2001 vom „Kyoto-Protokoll“ verabschiedet hatten, lag sehr viel am Verhalten von Rußland, Japan, Australien oder Kanada. Denn damit das Protokoll in Kraft treten kann, muß es von 55 Ländern, die für mindestens 55% der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, ratifiziert werden.

Laut dem „Kyoto-Protokoll“ ist es erlaubt, sich sogenannten „Karbonsenken“ anrechnen zu lassen, das sind weite Wald- oder Farmflächen, welche als CO2-Speicher gelten.  Hat ein Staat nun genügend solcher „Senken“, kann er seine Treibhausgasemissionen weniger reduzieren als er müsste, in manchen Fällen sogar noch den Ausstoß erhöhen – oder, soferne er durch „Karbonsenken“ über dem Reduktionsziel liegt, sogar Handel betreiben. Diesen Reduktionsüberschuß kauft dann ein Land, welches ein Reduktionsdefizit hat. Durch diese flexiblen Mechanismen soll es den Industriestaaten erleichtert werden, das „Kyoto-Ziel“ zu erreichen.

Rußland ließ sich den Anteil seiner „Karbonsenken“ in Marrakesch noch erhöhen; Japan bestand darauf, das Ahndungen gegen Verstöße gegen das „Kyoto-Protokoll“ noch nicht genau festgelegt wurden. Nach diesen Zugeständnissen seitens der EU sowie der Entwicklungsstaaten war der Weg zum Klimapakt frei.

Laut Japans Umweltministerin Yoriko Kawaguchi werde ihr Land das „Kyoto-Protokoll“ in Bälde ratifizieren; die europäische Union möchte selbiges im Jahr 2002 tun. Nach Marrakesch besteht sogar wieder Hoffnung, die USA erneut an den Verhandlungstisch zu bewegen.

 

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