Der Kampf ums Klima

Das Voranschreiten der Industriellen Revolution im 19.Jahrhundert brachte der Menschheit allerlei technischen Fortschritt. Damit einhergehend waren neue Wege der systematischen Energiegewinnung. Fossile Brennstoffe wie Kohle oder späterhin Erdöl kamen großflächig zum Einsatz. Doch durch die Verbrennung dieser Rohstoffe entstehen Gase - so z.B. Kohlendioxid (CO2) -, die in die Atmosphäre abgegeben werden. Der ständige Ausstoß immer neuer Gase sorgt dafür, daß diese nicht mehr rasch genug abgebaut werden können. Das natürliche Regulativ fällt aus; die Temperatur steigt weltweit sukzessive an; ein "Treibhauseffekt" ist die Folge, der je nach geographischen Begebenheiten zu Dürren, Versteppungen, Überschwemmungen, Seuchen oder Hungersnöten führt. Der schwedische Wissenschafter Svante Arrhenius warnte schon vor über hundert Jahren vor den Folgen überhöhter CO2-Emissionen. Doch es sollte noch Dezennien dauern, ehe das Thema Klimaschutz international angemessene Beachtung fand.      

1979 fand in Genf die 1.Weltklima-Konferenz statt. Im Schlußprotokoll steht eine Absichtserklärung, die davon spricht "potentiellen, anthropogenen Klimaveränderungen, die dem Wohlbefinden der Menschen entgegenstehen, vorzubeugen." Während des nachfolgenden Jahrzehnts fanden weitere Konferenzen zum Thema Klima statt. Mittlerweile war es auch klar, daß neben CO2 andere Gase ebenso ursächlich für den Treibhauseffekt seien, wie z.B. Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). 

1988 trafen sich Wissenschafter - und erstmals auch Regierungsvertreter - in Kanada zur Toronto-Konferenz. Dabei wurde das sogenannte "Toronto-Ziel" formuliert, das eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahre 2005 um 20% verglichen zum Jahr 1988 vorsah. Im selben Jahr riefen die Vereinten Nationen das IPCC (International Panel on Climate Change) ins Leben, ein Gremium aus über 2.000 Wissenschaftern, welches die Aufgabe hat, Klimaveränderungen regelmäßig zu untersuchen und die Berichte darüber zu veröffentlichen. 

Als 1990 der erste Report (First Assessment Report, kurz FAR) publik wurde, drückte das IPCC darin bereits seine Sorge über den Anstieg der CO2-Emissionen von etwa 25% gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter aus. Ebenfalls 1990 kam es in Genf zur 2.Weltklima-Konferenz, die zur Erstellung einer UNO-Klimakonvention führte.

Im Juni 1992 ging in Rio de Janeiro ein politisch hochrangig besetztes Gipfelgespräch über Umwelt und Entwicklung (Earth Summit) über die Bühne. 154 Staaten unterzeichneten dabei die FCCC (Framework Convention on Climate Change), eine Rahmenkonvention über Klima. Im Annex 1 der FCCC wurden die Industriestaaten aufgefordert, bis zum Jahre 2000 ihre Treibhausgasemissionen auf das Niveau von 1990 zu senken. Die Konferenzteilnehmer einigten sich auf die Formulierung: "die Konzentration der Treibhausgase auf einem Niveau zu stabilisieren, auf dem eine gefährliche anthropogene [=menschengemachte] Störung des globalen Klimasystems verhindert wird."

April 1995, Berlin: Die Unterzeichner der FCCC treffen sich zur 1.Vertragsstaaten-Konferenz (oder COP1; Conference of the Parties). Im dabei verabschiedeten "Berliner Mandat" wurde festgestellt, daß die Verpflichtungen der FCCC nicht ausreichend wären, um den fortschreitenden Klimaveränderungen entgegenzuwirken. Die sogenannte "Ad Hoc Group on the Berlin Mandate" (AGBM) wurde aufgestellt; mit der Absicht, bis zur COP3 im Jahre 1997 genaue Zielvorgaben zur Treibhausgasreduktion auszuarbeiten. Noch im selben Jahr machte das IPCC mit seinem zweiten Report (SAR) klar, daß es nach Abwägung wissenschaftlicher Erkenntnisse einen erkennbaren Zusammenhang zwischen Klimaänderung und durch Menschen verursachte Treibhausgasemissionen gäbe.

 

© A. Willer/CANIS

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