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Klimagipfel von Bonn Kyoto Light-Protokoll beschlossen Vom 20.-23.Juli 2001 fand in Bonn die 7.Vertragsstaatenkonferenz zum Thema Weltklima statt. Gekennzeichnet war dieser Klimagipfel einerseits vom andauernden nein der USA, das Kyoto-Protokoll zur Reduktion der Treibhausgasemissionen von 1997 zu unterzeichnen, andererseits vom Einlenken der Europäischen Union in Sachen Karbonsenken. Dadurch konnten Japan, Kanada oder Rußland zur Annahme einer verwässerten Version des Kyoto-Protokolls bewegt werden. Greenpeace bezeichnete den Deal als Kyoto Light. Obwohl der Kompromiß Fortschritte auf politischer Ebene brachte, scheint es auf Sicht einen großen Verlierer zu geben: das Weltklima. US-Präsident
George W. Bush blieb bei seiner ablehnenden Haltung zum Protokoll von
Kyoto, das er als fatally flawed erachtet (mit fatalen Fehlern
behaftet). Stattdessen gab er landesintern eine Millionen Dollar
schwere Klimastudie in Auftrag und trifft Vorbereitungen, die seiner
Meinung nach umweltfreundliche Atomenergie in den USA zu modernisieren
bzw. auszubauen. Das Kyoto-Protokoll hätte Bush zufolge der
amerikanischen Ökonomie nur Nachteile gebracht. Die
Europäische Union hatte jahrelang den Standpunkt verfochten, sogenannte
Karbonsenken, also große Waldflächen, die mittels Photosynthese CO2
aus der Atmosphäre absorbieren, seien keine wirkliche Alternative zur
tatsächlichen Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen. Auf Druck der
Umbrella-Staaten, allen voran Japan, Kanada, Rußland und
Australien, mußte die EU in diesem Punkt Zugeständnisse machen. Diese
Staaten mußten ins Boot geholt werden, um das Kyoto-Protokoll nicht
gänzlich sterben zu lassen bzw. um die Verhandlungslage gegenüber den
USA zu stärken. Ab nun dürfen aufgeforstete Wälder u.ä. bei der
Reduktion von Treibhausgasen angerechnet werden. Für das waldreiche
Kanada bedeutet dies z.B., daß um 5% mehr Gase emittiert werden dürfen
anstatt wie in Kyoto vorgesehen die Reduktion um 6% zu drosseln.
Auch Österreich hätte bis 2012 den Ausstoß um 13% senken müssen; nun
reichen auch 9%. Belgiens
Energieminister Oliver Deleuze sagte in Anspielung auf den Kompromiß von
Bonn: Ich ziehe ein imperfektes, lebendiges Abkommen einem
perfekten, aber toten vor. Die schwedische EU-Kommissarin für
Umweltschutz, Margot Wallström, hob die Einigkeit der europäischen Staaten löblich hervor
und sprach voller Euphorie über den auch ohne Zustimmung der USA
erzielten Verhandlungserfolg: Ich glaube, wir können nun nach Hause
gehen und unseren Kindern in die Augen blicken.
Umweltschutzorganisationen sehen das Bonner Ergebnis weniger begeistert.
Sah das Protokoll von Kyoto bis 2012 eine durchschnittliche Reduktion der
Treibhausgase von 5,2% vor, werden es nach Bonn Berechnungen zufolge nur
2% sein. Ob das reichen wird, den Anstieg des Meeresspiegels und damit das
sukzessive Versinken ganzer Inselstaaten - wie etwa der Malediven - zu
verhindern, ist sehr unwahrscheinlich, galten doch schon die 5,2% von
Kyoto als zu wenig. Dennoch
sah auf die G 77, die Gruppe der Entwicklungsstaaten, in Bonn Grund zur
Freude. Die Industrieländer verpflichteten sich, große Summen für die
Entwicklung nachhaltiger Technologien, für Techniktransfer bzw. für die
Anpassung an den Klimawandel bereit zu stellen. Strafen für die Nichterfüllung der Klimaschutzmaßnahmen wurden zwar vorgesehen, auf Druck Japans aber vorerst nicht näher definiert und als Thema künftiger Konferenzen weggeschoben. Die nächste Klimakonferenz findet Ende Oktober in Marrakesch, Marokko, statt.
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