Mutantenkatze "Snowball" = Internet-Hoax

Zuerst waren es die „Bonsai-Kittens“, angeblich in kleinen Gläsern gezüchtete Katzen, die für weltweite Empörung und Protestaktionen gesorgt hatten. Wie sich herausstellte, ist diese Form der Tierquälerei zum Glück nicht real; es handelte sich um einen schlechten Scherz Bostoner Technikstudenten, die damit die geistige Einfalt vieler Tierfreunde beweisen wollten.

Nun treibt ein anderes Katzentier im Internet sein unwirkliches Unwesen. Die Rede ist von „Snowball“, einem über 40 kg schweren Ungetüm, das aufgrund radioaktiver Verstrahlung schwergewichtig heranwuchs. Beheimatet soll der mutierte Felide nahe Ottawa, Kanada, sein. Dort steht das Nuklearforschungszentrum Chalk River und dort beginnt die unglaubhafte Vorgeschichte. Rodger Degagne, ehemaliger Angestellter von Atomic Energy of Canada, Ltd. (AECL), will eines schönen Spätsommers unter dem Sicherheitszaun des aus den 50er-Jahren stammenden, aufgelassenen Meilers zwei streunende Kätzchen mit Thunfischhappen angelockt haben. Aus Mitleid, so die Fabel, nahm er das Paar mit und gab ihm ein Zuhause. Das Weibchen erhielt den Namen „Lost“, der Kater hieß ab nun „Found“.

Die Natur nahm ihren Lauf und alsbald erblickten sechs Kätzchen das Licht der Welt. Ein dicker weißer Nachkömmling der glücklichen Katzeneltern fiel schon gleich nach Geburt wegen seiner einmaligen schwarzen Zeichnung an Flanke und Schwanz auf. Der seltsame Sproß erhielt den Namen „Snowball“; im Schneeballeffekt legte die Katze auch enorm an Gewicht zu. Täglich soll Huhn auf dem Speisezettel von „Snowball“ gestanden sein; nebst Kadaverteilen von Waschbär und Hirsch (!) Der Schneeball wurde zur Lawine; solange, bis ein Katzenungetüm von über 40 Kilogramm Körpergewicht vor einem stand ... sagt man ...

Die Fakten sehen anders aus:

Ein Rodger Degagne war und ist als Angestellter der AECL unbekannt. Es lebt in dieser Gegend zwar ein Mann ähnlichen Namens – nämlich Roger DeGagne -, der aber mit der Sache absolut nichts zu tun hat. 

Außerdem ist die Nuklearanlage Chalk River kein stillgelegtes Relikt aus den 1950ern, sondern immer noch in Betrieb.

Das im Internet kursierende Foto von „Snowball“ wurde von einem Cordell Hauglie mit Hilfe des Programms Adobe Photoshop erstellt. Hauglie veränderte die Aufnahme seiner Hauskatze „Jumper“ und schickte das manipulierte Bild seiner kleinen Tochter als Scherz. Das verfälschte Foto gelangte in Umlauf und irgendwann im Laufe der Zeit kam die Story von der atomar verursachten Mutation hinzu. Mehr und mehr wurde das Foto verändert, ehe „Snowball“ seine volle Größe erreicht hatte. Details zur Bildmanipulation unter: www.urbanlegends.com/ulz/bigcat.html

Bitte keine Protestbriefe nach Chalk River oder an die kanadische Regierung !!!  

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