Die Ölpest vor Galapagos

 

Galapagos, ein Archipel aus etwa 13 größeren und 17 kleineren Inseln, 1000 Kilometer westlich des südamerikanischen Festlandes gelegen, wurde am 19.Januar 2001 von einer Öltankerhavarie heimgesucht. 

Eine Katastrophe für die 1835 von Charles Darwin besuchte Inselwelt mit ihrer einzigartigen Fauna.

Untergang der "Jessica"

 

Der Tanker "Jessica" hatte Hunderttausende Liter Treibstoff für den Schiffs- und Fährverkehr der ecuadorianischen Küste geladen. Etwa 800 Meter vor dem Hafen der Insel San Cristóbal lief das Schiff auf Grund, da der Kapitän im seichten Gewässer ohne Seekarten navigierte. Trotz Einsatzes von Marine und US-Experten entliefen innerhalb weniger Tage 655.000 Liter Diesel sowie 300.000 Liter schweres 

Heizöl. Aufgrund des besonders sensiblen Ökosystems war der Einsatz ölbindender Chemikalien nicht möglich. Tonnen von kontaminiertem Schlick lagerten sich am Galapagos-Archipel ab. Tausende Möwen, Pelikane, Kormorane, Fische und andere Tiere starben durch das Öl.

Vertreibung aus dem Paradies

Die vulkanische Inselgruppe nahm aufgrund der großen Entfernung zum Kontinent in aller Abgeschiedenheit eine einzigartige Entwicklung. Viele Tierarten - wie den Darwinfinken oder Blaufußtölpel - gibt es nur hier. Die wenigen Exemplare letzterer Spezies mußten vor der Ölpest in entlegene Inselbereiche evakuiert, Meeresechsen, Schildkröten, Robben und Dutzende Vogelarten vom Schlick gesäubert werden. Gerade für viele Vögel heißt dies noch nicht Rettung, da mit dem Öl vielfach auch der schützende Fettfilm weggewaschen wird. Auch für die Riesenschildkröten, die an den Strand zur Eiablage kommen, werden Spätfolgen erwartet. Alles in allem, sind die langfristigen schädlichen Auswirkungen auf das vermeintliche Inselparadies, das seit 1934 unter Naturschutz steht, nicht abzusehen. Da nützt es wenig, daß gut 90 Prozent von Galapagos als Nationalpark deklariert sind. Die Gefahr droht vor allem durch die Schifffahrt, weswegen der WWF für die Gewässer rund um Galapagos schon lange eine Sperre fordert. Diese würde auf der Route nach Mittelamerika bzw. nach Australien zwar eine Verzögerung von zwei Tagen mit sich führen, dafür aber weitgehend das Ökosystem der Inselgruppe bewahren.

 

 

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