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Erin Brockovich: Oscarprämierter Umweltkampf Einen
Oscar erhielt der von Regisseur Steven Soderbergh in Szene gesetzte
Hollywood-Streifen Erin Brockovich. Gleichnamige Anwaltsgehilfin,
dargestellt von Julia Roberts, deckte in jahrelanger Kleinarbeit einen
riesigen Skandal um verseuchtes Grundwasser auf und zwang so einen
milliardenschweren Energiegroßkonzern zur Auszahlung der höchsten
Vergleichssumme der US-Justizgeschichte. Verseuchte
Wüstenoase 1992
entdeckt die Anwaltsgehilfin Erin Brockovich bei der Durchsicht von
Grundstücksakten per Zufall Papiere, die aufzeigen, daß bei den
Bewohnern des Städtchens Hinkley immer wieder Blutkrankheiten und Krebs
auftreten und zwar in einer alarmierend hohen Rate. Auf
Eigeninitiative stieg Brockovich in ihren Wagen und fuhr in die etwa 200
Kilometer nordöstlich von Los Angeles inmitten der Mojave Wüste
gelegene Stadt, um der Sache nachzugehen. Gespräche mit den
Einwohnern führten sie auf die Spur des Energiekonzerns Pacific Gas
& Electric (PG&E), der nahe Hinkley ein Gaskraftwerk betrieb.
Zur Kühlung des Gases kam hexavalentes Chrom zum Einsatz, das ohne Rücksicht
ins Grundwasser entsorgt worden war. Dieses Chrom VI bewirkte
nicht nur schwere genetische Anomalien bei Fröschen oder Haustieren,
sondern verursachte auch eine Vielzahl von Krankheiten bei den
Einwohnern von Hinkley. Von chronischem Nasenbluten, über Asthma,
schweren Organ- oder Blutschäden bis zu diversen Krebsarten und
Fehlgeburten reichte das Horrorszenario. 333
Millionen Dollars Schadensersatz
todkrank. Andere erhielten aber
so wenigstens die Chance, die hohen Operations- und Behandlungskosten für
ihre schweren Leiden bezahlen zu können. Außerdem war ein wegweisender
juristischer Präzedenzfall gesetzt worden.
Der
Kampf geht weiter Durch
den Kinofilm aufmerksam gemacht, wandten sich ehemalige Mitarbeiter von
PG&E aus den nordkalifornischen Kettleman Hills an Brockovich und
Masry. Sie behaupten, ihr Grundwasser wäre von den 1950ern bis 1970ern
ebenfalls durch Chrom VI einer nahegelegenen Gaskompressionsanlage
kontaminiert worden, was zu vielen Krebserkrankungen und Todesfällen
geführt hatte. Insgesamt 1.500 Kläger (ehemalige PG&E-Firmenangehörige,
deren Familien sowie betroffene Farmer) reichten im November 2000 eine
weitere Hundertemillionendollar-Klage gegen den Energiekonzern und
seinen Chrom VI-Zulieferer Betz Laboratories, Inc. ein. PG&E
hatte schon zu erkennen gegeben, den Rechtsstreit zu verschleppen.
Immerhin spielt die Zeit auch hier wieder gegen die Opfer, von denen
viele den Prozessausgang nicht mehr erleben werden. Aber immerhin gelang
es, durch die Verfilmung des Themas zumindest mehr Gerechtigkeit walten
zu lassen insofern ist der Oscar hoch verdient. |
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