Ölgigant Petrobras verursacht Naphtha-Unfall vor Paranagua

 

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, stieß am 18.Oktober der Tanker "Norma" nahe dem Hafen Paranagua (Südbrasilien) auf einen unter Wasser liegenden Felsen. Mehrere Millionen Liter Naphtha sind dabei in den Atlantik geflossen. Es war dies ein weiterer Höhepunkt in einer Serie von Ölkatastrophen, verursacht durch den staatlichen Ölkonzern Petrobras. Der Petrochemie-Gigant ignoriert seit Jahren jegliche Sicherheitsvorkehrungen und fährt einen turbokapitalistischen Kurs des "immer mehr, immer schneller". Umweltkatastrophen in Serie sind die Folge. Geldstrafen werden meist rasch durch verstärkte Förderung wettgemacht.

Ein Sprecher von Petrobras versuchte den Unfall zu bagatellisieren, in dem er das sofortige Schließen des Lecks hervorhob. Die Versicherung Lloyds gab aber an, fünf Millionen Liter Naphtha seien ins Meer geflossen. Naphtha ist ein Erdölprodukt, das leichter als Benzin ist und als Rohmaterial zur Herstellung von Plastik dient. Die "Norma" hatte in insgesamt fünf "compartments" 22 Millionen Liter der Chemikalie geladen; einer dieser Tanks wurde beim Aufprall stark beschädigt. Obwohl die Aufräumarbeiten sehr schnell einsetzten - und Barrieren die Bucht von Paranagua schützen sollen, ist der Erfolg unsicher. Naphtha hinterlässt im Unterschied zu Rohöl an der Wasseroberfläche keine sichtbare Schlierschicht und ist daher schwieriger zu verfolgen. Außerdem verdampft der Stoff sehr leicht und ist feuergefährlich. Daher wurde das angrenzende Landgebiet in einem Umkreis von drei Kilometern wegen Explosionsgefahr evakuiert. Tausende Menschen verloren vorübergehend Heim und Arbeitsplatz; bei der sozialen Situation in Brasilien eine Katastrophe. Von den verheerenden Einflüssen auf das Ökosystem und den Abertausenden toten Meeres- und Küstenlebewesen ganz zu schweigen.

 
© Mag. Alexander Willer/CANIS  

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