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Brasilien: Ölkatastrophen zum Millenniumswechsel
Das Jahr 2000 brachte Brasilien eine Serie von Ölkatastrophen. Die Bucht von Guanabara bei Rio de Janeiro wurde gleich doppelt heimgesucht - und auch die weltberühmten 62 m bis 80 m hohen Iguaçu-Fälle drohten sich zu verschwärzen. Guanabara-Ölpest
Umweltbehörden dar. Eine erste Phase kostete 11 Milliarden Schilling, eine zweite, die bis 2015 abgeschlossen sein sollte, war mit weiteren 8,2 Milliarden veranschlagt. Aufgrund des Ölunglücks vom Januar, dem im Juli noch ein zweites folgte, sind die Kosten explosionsartig angestiegen, und der Sanierungszeitraum wird um mindestens eine Dekade hinausgezögert. Das Iguaçu-Desaster Etwa 700 Kilometer südwestlich von Rio de Janeiro liegt die ebenfalls von Petrobras betriebene Araucaria-Raffinerie. Am 16.Juli 2000 brach eine Pipeline, wodurch über vier Millionen Liter Rohöl in den Fluß Iguaçu entwichen. Der Ölschlier wand sich acht Kilometer lang. Und obwohl 1000 Arbeiter über 30 Barrieren errichteten, konnten - nach Schätzungen der Umweltbehörde - 20% der Ölmenge die Hindernisse passieren. Tausende tote Fische und Vögel säumten das vergiftete Flußufer. Selbst die Iguacu-Wasserfälle schienen bedroht. Es war in Brasilien die schlimmste Ölkatastrophe der letzten 25 Jahre. Petrobras wurde zur Höchststrafe für ein Umweltdelikt - nämlich 50 Millionen Real (400 Millionen Schilling) - verdonnert, was sich für den Konzern im Vergleich zu seinem Rekordgewinn von 14,2 Milliarden Schilling im Jahr 1999 läppisch annahm. Laut Vermutungen von Greenpeace und anderen Umweltschützern, versucht Petrobras - das über 46 Jahre Ölmonopolist war - durch Turboexpansion seine Vormachtstellung am freien Markt zu behaupten, wobei für Ökologie wenig Platz bleibt.
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