Brasilien: Sieg für Rechte der indigenen Deni

Der Überlebenskampf der indigenen Völker Brasiliens ist ein steter und harter. Glücksritter aller Art dringen tief in die Territorien der meist nur aus wenigen Dörfern bestehenden Stämme ein, um nach Gold oder anderen Bodenschätzen Ausschau zu halten. Nicht selten machen diese Desperados mit den Indigenen kurzen Prozeß. Daneben wetteifern internationale Holzmultis um die gewinnträchtigen Wälder, welche große Teile der Stammesgebiete ausmachen. Und zu schlechter letzt profitiert auch der Junk-Food-Gigant McDonald’s von der Abholzung des Waldes – wird so doch Platz für riesige Rinderherden geschaffen, die als bald in Form scheibenförmiger Hamburger Profite in Milliardenhöhe einbringen. Auf Seite der Indigenen stehen lediglich Teile der katholischen Kirche (Indianermissionsrat CIMI oder Bischof Kräutler) bzw. Greenpeace. Ein – wie es scheint - schier ungleiches Ringen um Wald und Lebensraum.

Obwohl die Ausweisung der „Indianergebiete“ in der brasilianischen Verfassung garantiert ist, geht sie in der Regel nur recht schleppend voran. Die einflussreichen Oligarchen und Spekulanten verstehen es durch Bestechung, Einschüchterung und Gewalt, Behörden wie Indigene zu kontrollieren; meist in der Hoffnung, daß sich das Problem von selbst löst, indem die Stämme entweder assimiliert oder ausgestorben sind.

Exemplarisch für diese Strategie ist das Verhalten gegenüber dem Volk der Deni. Bereits 1985 hatte der deutsche Anthropologe Gunther Kroemer im Auftrag des CIMI das Land der auf acht Dörfer verstreuten und etwa 700 Seelen umfassenden Deni im Bundesstaat Amazonas vermessen. Doch es sollte 13 Jahre (sic!) dauern, ehe sich die staatliche Indianerbehörde FUNAI der Frage annahm. Die Zeitung „O Globo“ bezeichnete derweil die Deni ohnehin als „dem Untergang geweiht“. Doch die brasilianische Oberschicht sollte sich irren. Nachdem bekannt geworden war, daß der malaysische Holzmulti Wong Tuong Kwong (WTK) 1.500 km² Land auf dem Gebiet der Deni gekauft hatte, stellte sich 1999 Greenpeace auf Seite der Deni.

Mit der Veröffentlichung eines Papiers über die Territoriumsgröße des Deni-Landes begann der administrative Prozeß zu rollen. Zwei Jahre lang bildete ein Wissenschafterteam die Deni darin aus, die Grenzziehung ihres Gebiets durch Hinweisschilder, Marken und Schneisen zu kennzeichnen. Ein 53 km langer Grenzstreifen ist so durch den Urwald geschlagen worden. Am 9.Oktober 2001 wurde Greenpeace zufolge die Landforderung der Deni von der Indianerbehörde FUNAI anerkannt. Eine Woche später unterzeichnete der brasilianische Justizminister das Dekret. Nun stehen Schilder mit der Aufschrift: „Betreten verboten – Deni-Land“.

Ein kleiner Erfolg im Kampf für Menschenrechte und gegen die Ausbeutung der Mitwelt. Für die noch 20% intakten Urwälder Brasiliens ein Lichtblick, erweisen sich doch die Indigenen, die seit Jahrtausenden in das Ökosystem integriert sind, als die besten „Umweltschützer“.

© Mag. Alexander Willer/CANIS

 

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