Alaska: Betrunkener schießt Pipeline leck

Woche 40 des Jahres 2001: erneut kam es in Alaska zu einem schlimmen Zwischenfall rund um die 1.300 km lange Ölförderungspipeline, die den nördlichsten Bundesstaat der USA wie eine metallene Wirbelsäule durchzieht.

Etwa auf halben Weg zwischen Ausgangs- und Endhafen von Prudhoe Bay und Valdez flossen eine Million Liter Erdöl aus. Das unter Hochdruck austretende Öl erschwerte durch Bildung leicht entflammbarer Gaswolken die Aufräumarbeiten. Rund 0,8 Hektar Wald, Busch oder Tundraboden wurden kontaminiert. Der nur einen Kilometer entfernte Tolovana River entging der Ölverschmutzung nur knapp. Obwohl die Schäden für Grundwasser, Pflanzen- und Tierleben 

noch gar nicht abschätzbar sind, bemühten sich US-Behördenvertreter zu betonen, daß „es keinen Beweis gäbe, wonach der Ölaustritt das Wildlife betroffen hätte.“ Weil nicht sein darf, was nicht sein soll ...

Grund für das Leck der Pipeline, die 1 Million Barrel Öl pro Tag oder 17% der US- Erdölproduktion liefert, war ein betrunkener Autofahrer, der mit einem .338-Kaliber-Gewehr auf das Förderrohr feuerte. In der Vergangenheit diente die Pipeline schon des öfteren als Zielscheibe schussfreudiger Rowdies. Allerdings war der Schaden bisher nie so groß, als daß Öl austreten hätte können.

Durch diesen Vorfall wurde erneut klar, wie anfällig gewaltige Industrieanlagen für Vandalismus oder Sabotage sind. Selbst wenn jetzt Sheriffs entlang der Pipeline Wache schieben, werden 1.300 km wohl kaum lückenlos überwacht werden können. Es steht zu offen, daß Terroristen dieses Sicherheitsleck nicht in ein gewaltiges Ölleck verwandeln, mit unabsehbarem Schaden für Mensch und Mitwelt.

©Alexander Willer/CANIS

 

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