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Alaska: Arctic National Wildlife Refuge in Gefahr An der alaskanischen Nordküste, entlang des Beaufort Meers, weit über dem Polarkreis liegt ein einzigartiges Naturgebiet, das 1960 von der Eisenhower-Administration mit viel Pathos als "letzte große Wildnis der USA" unter Schutz gestellt worden war. Jetzt will eine andere Administration, jene von George Bush, jr., ganz ohne Pathos in diesem Arctic National Wildlife Refuge (ANWR) Ölförderung zulassen. Für viele Wildtiere könnte dies existenzbedrohliche Folgen haben. Zuflucht beim Polarmeer Das ANWR bietet für viele selten gewordene Wildtiere Zuflucht, seien es Eisbären oder Moschusochsen. Vor allem aber wandert die 130.000 Exemplare starke "Porcupine"-Karibuherde im Frühjahr durch die "1002 Area", jenes Gebiet am Porcupine River, das für Erdölabbau freigegeben werden soll. Seit 1988 ist die Herde aufgrund klimatischer Änderungen um ein Drittel geschrumpft. Fällt die Zahl der Kälber pro Jahr auch nur um weitere fünf Prozent, ist die gesamte gewaltige Karibuherde zeitlich gesehen bedroht. Viele Umweltorganisationen und selbst die US-Behörde "Fish and Wildlife Service" warnen deshalb vor der industriellen Erschließung des ANWR. Industriekomplex Prudhoe Bay
Valdez" havarierte und eine riesige Ökokatastrophe auslöste. Diese war auch Grund, warum der US-Kongreß 1990 Ölgiganten wie BP-Amoco weitere Erschliessungen untersagt hatte. Nun steht mit George Bush, jr., einem Präsidenten, dessen Wahlkampf sehr von der Öl-Lobby unterstützt worden war, ein starker Förderer im Weißen Haus. Pro und Contra Die Ölindustrie wendet ein, daß neue Erdölvorkommen mehr Unabhängigkeit vom arabischen Öl bedeuten und auch die Energiekrise in Kalifornien lindern könnten. Außerdem, so wird argumentiert, lassen sich Eisbären und Karibus selbst Mitten auf den Pipelines von Prudhoe Bay blicken und fühlen sich demnach überhaupt nicht beeinträchtigt. Die Replik der Naturschützer ist da viel realistischer:
Trotz der besseren Argumente haben es die Umweltschutzbefürworter in Alaska schwer. Der einst bitterarme Bundesstaat gelangte durch die Ölindustrie zu Reichtum. Und jeder seiner Bürger erhält pro Jahr 2.000 US-Dollars aus den Öleinnahmen. Auch eine Einkommenssteuer existiert nicht; somit bezüglich Meinungspropaganda gewissermaßen "Heimspiel" für die Öl-Multis. Dennoch ist der Kampf für die nahezu unberührten Habitate noch nicht verloren. Nähere Infos und Unterstützung bei: www.anwr.org bzw. http://arctic.fws.gov.
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