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Kid' s Corner |
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Das
größte Lebewesen der Welt Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, welches Lebewesen das größte überhaupt ist? Sicher
erstaunten euch Giraffen, deren Augen schon mal aus sechs Meter Höhe
auf uns winzige Menschen runterblicken. Vielleicht bewundert ihr auch
den majestätischen Afrikanischen Elefanten. Männchen dieser Art können
gar über sieben Meter hoch werden. Oder aber ihr hattet im Fernsehen
die Gelegenheit, das größte Säugetier überhaupt zu sehen, den leider
sehr selten gewordenen Blauwal. Stolze 30 Meter kann dieses Tier lang
werden. Manchen
von euch werden nun sagen, was soll das. Waren nicht die Dinosaurier die
größten Lebewesen, die je den Planeten Erde bewohnt haben? Nun, für
Landraubtiere mag dies im Falle des gefräßigen und Tonnen schweren
Tyrannosaurus rex zutreffen. Aber ihr habt nicht ganz recht. Denn sind
nicht auch Bäume Lebewesen? Richtig! Sie sind es und was für
welche noch dazu. Man denke nur an herrliche Eichen oder Zedern, die
jeden Saurier weit überragen würden; oder gar an die meterdicken, in
den Himmel schießenden Sequoias oder Redwood Trees in Nordamerika.
Manche dieser Bäume sind so breit, daß man in ihren Stamm eine Aushöhlung
schlägt, durch die ein Auto durchfahren kann. Aber
leider habt ihr immer noch falsch geraten. Auch Bäume sind trotz ihres
oft riesigen Wuchses Zwerge im Verhältnis zu einem anderen Lebewesen,
das über Jahrhunderte, ja Jahrtausende, vom menschlichen Auge fast
unbemerkt so weitläufig wie 1.200 Fußballplätze werden kann. Ihr
glaubt das nicht? Den Wissenschaftern im amerikanischen Bundesstaat
Oregon ging es genauso. Sie konnten es Anfangs nicht fassen, was ihre
Proben ergeben hatten. Das
größte zur Zeit auf der Erde existierende Lebewesen ist ein Pilz! Ihr
habt richtig gelesen! Kein dottergelber Pfifferling oder weißgetupfter
Fliegenpilz, sondern ein Geflecht, das unterhalb der Erde neun
Quadratkilometer weit seine Fäden spinnt. Das sind wie gesagt
1.200 Fußballfelder nebeneinander. Bis in drei Meter Tiefe können
diese Rhizomorphia genannten Schlingen reichen und treten oft
auch wie viele dünne schwarze Arme aus dem Erdboden heraus. Sie
umwickeln dann Fels oder Holz, um dem Pilz Halt zu geben. Doch am besten
sieht man dieses unterirdische Lebewesen mit dem schwierigen Namen Armillaria
ostoyae im Herbst. Dann, wenn es viel regnet, läßt das Geflecht
viele kleine honigfarbene Pilzchen in die Höhe sprießen, die man sogar
essen könnte. Allerdings soll ihr Geschmack nicht der beste sein. Viel
Knoblauch und Butter wäre vonnöten, um unsere Zunge zu überlisten.
Wovon
lebt nun Armillaria? Er
frißt Bäume. Mittels einer klebrigen Substanz, die man Mycelium
bezeichnet, dringt der Pilz in die Wurzeln der Bäume ein und saugt
diesen das Wasser und die Nährstoffe weg. Bald bildet sich eine ganze
Matte von Mycelium. Die Bäume erhalten zu wenig Nahrung,
verhungern und vermodern. Besonders gefährdet sind Douglastannen, die
Armillaria offensichtlich besonders schätzt. Andere Baumarten wie Lärchen
mag er hingegen fast gar nicht. Ist
der Pilz ein Schädling? Ja
und nein. Für Holzfäller ist er natürlich ein Ärgernis, da er für
morsche Stämme sorgt, die man nicht mehr verarbeiten kann. Im Kreislauf
der Natur erfüllt Armillaria aber eine durchaus nützliche Rolle. Denn
wenn Bäume sterben, wachsen auf ihren Plätzen andere Pflanzen nach und
sorgen so für eine Vielfalt von Arten. Das tote Holz dient auch vielen
Tierarten zum Brüten und Nisten oder als Unterschlupf und Nachtlager.
Im natürlichen Kreislauf tötet der Pilz auch niemals so viele Bäume,
daß diese ausgerottet würden. Das wäre auch dumm, denn dann müßte
der Pilz selbst verhungern. Wie
alt kann Armillaria werden? Uralt!
Niemand weiß genau, wie alt der erst vor wenigen Wochen entdeckte Pilz
in Oregon ist. Wissenschafter schätzen ihn auf 2.400 Jahre, geben aber
zu, daß er auch dreimal so alt sein könnte. Das ist für Menschen, die
fast nie über 100 Jahre erreichen, beinahe unvorstellbar. Hat
der Pilz Verwandte? Ja!
Das Geflecht in Oregon (Malheur National Forest) ist mit neun
Quadratkilometern das bisher größte. Es gibt aber ein ganz ähnliches
im Bundesstaat Washington (beim Mount Adams), das 1992 entdeckt worden
war und sich über sechs Quadratkilometer erstreckte. Im gleichen Jahr
fand man in Michigan Armillaria bulbosa, einen verwandten Pilz. Muß
man Angst haben? Nein,
sicher nicht! Auch wenn man die Akte-X-Folge sah, in der
Armillaria scheinbar Menschen gefangen hielt. Denn das ist ein Märchen
aus der Filmfabrik Hollywood...
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