|
PRÜGELEI UNTER TIERFREUNDEN (Star
Tageszeitung, 08.04.2002, Übersetzungsbüro Istanbul) -Murat
Herdem- Gestern
entstand innerhalb weniger Sekunden auf dem Flughafen Atatürk ein Chaos.
Menschen gingen mit Händen und Füßen aufeinander los. Einige der
Streitenden fielen in Ohnmacht.
Viele Neugierige kamen hinzu. Letztlich stellte sich heraus, daß zwei
verschiedene Gruppen von Tierschützern sich darum stritten, wer der
bessere Tierfreund sei. Eine
der Gruppen war vom Verein für obdachlose Tiere und des
Umweltschutzes und die andere vom Verein zum Erhalt der Natur und
der Straßentiere bzw. vom Verein Freunde des Lebens (Dosthayat)
..... Gestern Abend gegen 21:00 Uhr kamen die Mitglieder des Vereins für
obdachlose Tiere und des Umweltschutzes mit 5 Hunden in Flugboxen zum
Atatürk Flughafen. Diese Hunde sollten mit einem Flugzeug der AeroLloyd
nach Frankfurt/Deutschland gebracht werden. Die Mitglieder des Vereins
Freunde des Lebens warteten voller Wut auf die Ankunft dieser Tiere.
Laut Behauptungen vom Verein Freunde des Lebens würden diese Hunde
ins Ausland gebracht und dort als Versuchsobjekte verwendet; oder man würde
die Tiere gar töten, um aus Ihrer Haut Schuhe zu machen. Plötzlich
entflammten unter den beiden Gruppen von Tierliebhabern Diskussionen darüber:
Ihr könnt sie nicht ins Ausland schicken!....Wer will das
behaupten? Selbstverständlich können wir sie ins Ausland
schicken!.... Die Tierliebhaberinnen und Tierliebhaber prügelten sich
mit Händen und Füßen. Sie sprangen wie Karatekämpfer aufeinander und
traten sich. Einige von ihnen stürzten durch Fußtritte
zu Boden. Die gewalttätige Auseinandersetzungen konnten erst durch das
Sicherheitspersonal beendet werden. Ein jeder klagte den anderen an.
Letztendlich wurden alle mit zum Sicherheitsbüro genommen. Einerseits
beschuldigten die Mitglieder des Vereins für obdachlose Tiere und des
Umweltschutzes die Gruppe des Vereins Freunde des Lebens der Körperverletzung
und andererseits, ihnen die Ausfuhrpapiere für die Hunde gestohlen zu
haben. Das ganze Geschehen verwandelte sich in ein Chaos. Die Polizei war
völlig überfordert. Der Streit um die Tierliebe wurde dem Gericht
übergeben. Der
Vorsitzende des Vereins Freunde des Lebens erklärte: Diese aus
den Heimen von Istanbul eingesammelten Tiere werden in Deutschland zu
Versuchszwecken benutzt. Einige werden sogar getötet und aus ihrer Haut
werden Schuhe hergestellt. Bis heute wurden bereits Hunderte von Katzen
und Hunden unter der Leitung von zwei deutschen Frauen mit Namen Marian
Rozbah und N. Newmann ins Ausland entführt. Dieses Massaker werden wir
auf keinen Fall dulden .... Die Vorsitzende des Vereins für obdachlose Tiere und den Umweltschutz Lale Hekimoglu erklärte: Diese herrenlosen Tiere werden zur Pflege an Leute übergeben, die vorher ausgesucht wurden. Dies geschieht im Rahmen eines Programms. Wir finden für herrenlose Katzen und Hunde, die in Heimen und auf der Straße leben, in Deutschland ein neues Zuhause.
ÜBER
DIESE THEMEN SPRICHT DIE TÜRKEI
(Sabah
Tageszeitung, Artikel v. 29.01.2002, Übersetzungsbüro Istanbul) Unglaubliche Anschuldigungen Die Vorsitzende von DOSHAYAD, Frau Süsen Erkus, behauptete, daß der
Tierschutzverein SHKD (Verein zum Schutze herrenloser Tiere) eine
Mafiaorganisation sei und Tausende von Tieren als Versuchstiere nach
Europa geschmuggelt hat. Frau Erkus, die
Mutter des Mannequins Begüm Özbek, die wiederum die Verlobte von Tansu
Çillers Sohn Mert ist, erklärte, daß die internationale Mafia einen
Verein gegründet habe, um im Rahmen des Projektes Sterilisieren,
Impfen, am Leben halten die von der WHO für Drittwelt-Länder gewährte
finanzielle Unterstützung zu erhalten, und daß SHKD der türkische Arm
dieses Vereins sei. Frau Erkus behauptete, daß SHKD ein Scheinverein sei und daß bei der durch die Bezirksverwaltung von Bakirköy eröffneten Ausschreibung für die Sterilisation von Tieren durch SHKD ein Verlust von 52 Milliarden TL [Anm.: Türkische Lira] entstanden sei. Von 825 herrenlosen Hunden, die zur Sterilisation an den Verein übergeben wurden, seien - so Frau Erkus - innerhalb eines Zeitraumes von zwei bis drei Monaten 200 Hunde verschwunden. Frau Erkus erläuterte, daß diese Hunde entweder vergiftet oder als Versuchstiere für wissenschaftliche Zwecke ins Ausland entführt worden seien. Frau Erkus erklärte
darüber hinaus, daß durch den Tierschutzverein unter dem Vorwand von
Spenden verfahrenswidrig Gelder gesammelt würden und daß die
Hauptverantwortlichen dafür Präsident Robert Smith sowie Koordinator Juli Weston
von SHKD seien. Aufgrund der Anzeige von Frau Erkus
wurden mehrere Vereinsleiter einvernommen, unter denen sich auch der Präsident
des SHKD Robert Smith befand. Nach Abschluß der anstehenden Untersuchung
könnte der Staatsanwalt gegen die betreffenden Personen ein Verfahren eröffnen. Yuli Weston, der
Generalkoordinator des SHKD erklärte, daß die Anschuldigungen von eifersüchtigen
Leuten aufgestellt wurden und sagte: Wir finden für herrenlose Tiere,
die auf den Straßen leben, ein Heim. Wir sind gegen Tierversuche.
Weston sagte weiters: Unser Verein sterilisiert die Tiere, die auf
der Straße große Schwierigkeiten haben zu überleben, und
setzt sie dort wieder aus, wo sie gelebt haben. Je nach Wunsch
von Tierliebhabern wird für Tiere, die den Menschen gefallen, ein Heim
besorgt, ohne dafür Geld zu nehmen.
|
||
| Zurück | ||