|
|
||
|
Presseerklärung
/ Soli-Aufruf 1.Mai
2001 in Hamburg. Diesen Tag werden HundefreundInnen, vor allem
BesitzerInnen der in der BRD diskriminierten Rassen nicht so schnell
vergessen. Farbanschlag auf Ortwin Runde - 1. OB der Freien und
Hansestadt Hamburg. Lange schon hatten Medien, Boulevardpresse sowohl
seriöse Presse, sich nicht Heute
müssen wir diesen Tag bei allen, die schon damals Unterstützung gezeigt
haben, wieder ins Gedächtnis rufen. Noch einmal die Hintergründe. Nach
dem schrecklichen Unfall in Wilhelmsburg, bei den ein Kind getötet wurde,
vergaß die Stadt Hamburg ihr eigenes schlampiges Fehlverhalten in dieser
Angelegenheit und erließ unüberlegt, hastig und ohne Eingeständnis
eigener Mißstände die neue HVO. Diese richtete sich nicht gegen die
HalterInnen, die aus ihren Tieren Kampfmaschinen zu eigenen Zwecken
machten, sie änderte nichts für die mißbrauchten Tiere und nichts für
die Menschen, die darunter gelitten hatten. Die HVO in Hamburg wurde ein
Symbol längst vergangener Zeiten, sie richtete sich gegen bestimmte
Hunderassen, generell und ohne Ausnahme. Es wurde weder das Verhältnis
Mensch und Tier, die Erziehung des Hundes, die Lebensbedingungen des
Tieres oder der Charakter berücksichtigt. Schnell wurde eine alte
Fabrikhalle im Harburger Hafen eingerichtet und das Beschlagnahmen von
Hunden dieser Rassen, egal ob eindeutig festgestellt oder nicht, ging los.
Hamburg sollte kampfhundefrei werden. Zur tatkräftigen Unterstützung
wurde ein Hundekontrolldienst eingerichtet, mit stasigleichen Methoden
wurden Familien beobachtet, blockwardähnlich die Nachbarschaft
ausgekundschaftet und Tiere mit Hilfe der Behörden beschlagnahmt und aus
ihren Familien gerissen. Viele
erschütternde Schicksale kommen auch heute noch ans Tageslicht. Heute
weiß auch die Stadt Hamburg, daß Fehler passiert sind. Heute ist die
Stadt dabei, gerade diese Hunde wieder zu vermitteln, um die Halle aufzulösen.
Zu spät für viele Hunde und deren BesitzerInnen. Unzählige Hunde wurden
eingeschläfert, ausgesetzt, mit Messern im Kopf angebunden, mit
zusammengebundenen Beinen in Kanälen ertränkt. Nicht
alle HundehalterInnen nahmen dieses stillschweigend hin. Einer ist Sven S.
Aufgrund von fadenscheinigen Begründungen wurde ihm seine Hündin im
Oktober 1999 weggenommen. Ein nicht rein-weißes Führungszeugnis
und ein Verstoß gegen die neue HVO auf mehr oder minder Privatgelände
langten, um seine Hündin einzuziehen und ein Hundehaltungsverbot
auszusprechen, trotzdem sie längst nicht mehr Sven S. gehörte, sondern
dem Verein Free Animal e.V.. Jede/r der diese Hündin kennt und kannte,
selbst das Wirtschafts-und Ordnung Altona
bestätigt, daß sie eine extrem liebe und überhaupt nicht
aggressive Hündin ist und war. Seit
dieser Zeit suchte Sven S. das Gespräch mit den Behörden, mit der
Polizei und in Momenten der Bürgernähe sogar zum ehemaligen OB
Ortwin Runde- ohne Erfolg. Nicht nur für das Schicksal seiner Hündin,
sondern auch für das Schicksal aller Tiere und Menschen, für diese HVO
mitllerweile zum Trauma wurde, engagierte sich Sven S.
Er versuchte immer wieder das öffentliche Interesse auf diese
Tatsache zu lenken. Mit verschiedenen Aktionen und Hilfe von anderen
MitstreiterInnen wurde die Redaktion der BILD besetzt, das
Lebensmittelfarbe-Attentat auf Herrn Runde verübt und auf dem CSD
in Hamburg im Juni letzten Jahres ein 60m2 großes Transparent entrollt,
um Herrn Runde als Schirmherr des CSD, an das Elend der Tiere zu erinnern. Nach
monatelangen Überwachungsaktionen, um sein Umfeld auszuspionieren (ohne
Erfolg), nach endlosen Zeugenvernehmungen und vergeblicher Suche nach
einem zweiten Täter, wird Sven S. jetzt wegen Beleidigung und Sachbeschädigung
etc. angeklagt. Der
Verdacht drängt sich auf, daß an Sven S. ein Exempel statuiert werden
soll, das ähnliches Aufbegehren der BürgerInnen in dieser Stadt in
Zukunft verhindern soll. In einer Zeit der wild wuchernden Grundgesetz-
und Gesetzesänderungen, politischen Schnellschüssen sollen BürgerInnen
auf diese Art und Weise mundtot gemacht werden. Die
tierbefreier e.V. haben und werden sich auch weiterhin mit Sven S.
solidarisieren und übernehmen die Da
mit hohen Geldstrafen und Kosten zu rechnen ist, bitten wir schon jetzt um
Spenden auf unser Rechtshilfekonto Solange
die Auffanglager für Hunde in Hamburg und Brandenburg noch nicht
geschlossen sind, weiterhin
Tiere aus ihren Familien herausgerissen werden, weil sie der
falschen Rasse angehören, HalterInnen dieser Tiere auf offener Straße
angepöbelt werden und Tiere aus diesen Gründen sterben, kämpfen wir
weiter. Kontakt: die
tierbefreier e.V.
|
||
| Zurück | ||